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08.02.2012 A.T. Kearney Service-Kompetenz Industrie-Kompetenz Veröffentlichungen Veranstaltungen Karriere

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A.T. Kearney’s “Football Sustainability Studies – Post World Cup Analysis”: Spanien wird mit dem teuersten Kader Weltmeister – doch ein mit Stars gespickter Kader ist nur ein Baustein für den Erfolg bei einer Fußball-Weltmeisterschaft.
Geld (allein) schießt auch bei der WM keine Tore

Düsseldorf, 13. Juli 2010

Der mit großem Abstand teuerste Kader hat Spanien in Südafrika den Weltmeistertitel beschert. Dass teure Spitzenspieler jedoch kein Erfolgsgarant sind, beweist vor allem das schlechte Abschneiden von Italien, Frankreich, England und Portugal. Hier stehen wohl ein weitreichender Umbau der Teams und eine Restrukturierung in den entsprechenden nationalen Fußballverbänden bevor. Gleichzeitig haben andere Mannschaften – allen voran Ghana, Paraguay, Uruguay und Südkorea gezeigt, wie auch Kader mit geringerem Marktwert sehr erfolgreich Fußball spielen können. Betrachtet man alle Teams der WM, zeigt sich, dass der Erfolg der Nationalmannschaften nur leicht mit dem Marktwert der Spieler korreliert. Das belegt die Analyse “Football Sustainability Studies – Post World Cup Analysis” der Top-Managementberatung A.T. Kearney. Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, aus guten Einzelspielern auch ein optimales Mannschaftsgefüge zu formen – entsprechend hoch ist auch die Bedeutung der Trainer einzuschätzen. Zudem werden die Rahmenbedingungen immer wichtiger. Dazu gehören vor allem: Scouting und Nachwuchsförderung, psychologische Teammotivation, Beobachtung der Wettbewerbsmannschaften, Verankerung von Taktik und Spielsystem im Trainingsplan, die Automatisierung von erfolgskritischen Spielzügen sowie eine professionelle Organisation.

„Als eine Art WM-Nachlese zu unserem Fußball-Nachhaltigkeits-Benchmarking haben wir für jede Nation den Zusammenhang zwischen dem Marktwert der Teams und deren Abschneiden bei der WM untersucht“, erklärt Dr. Jürgen Rothenbücher, Autor der Studie und Leiter der A.T. Kearney-Strategy-Practice.

Neben Spanien haben auch Deutschland, Argentinien und die Niederlande mit ihrem Abschneiden dem hohen Marktwert ihrer Teams entsprochen. „Entsprechend sollte der in diesen Ländern eingeschlagene Weg in seinen Grundsätzen auch beibehalten werden“, kommentiert Rothenbücher.

Sehr viel besser als auf dem Papier zu erwarten war – und damit am effektivsten – spielten jedoch Ghana, Paraguay und Uruguay – das heißt: mit vergleichsweise geringem Marktwert wurde sehr erfolgreicher Fußball gezeigt. Ein entsprechender direkter Vergleich in dieser Hinsicht zeigt Spanien – trotz Weltmeistertitel –aufgrund des enormen Marktwerts der spanischen Mannschaft nur auf einem der mittleren Plätze.

In Punkto Effektivität haben Italien und Frankreich, bedingt durch ihr frühes Ausscheiden in der Vorrunde, mit nominell sehr guten Teams mit hohem Marktwert nur hintere Plätze belegt. „Ausschlaggebend für die schlechte Leistung der ehemaligen Weltmeister war sicherlich auch eine überalterte Mannschaft“, so Rothenbücher.

Teamspirit und Fairplay sind wichtiger als Superstars

„Die WM in Südafrika hat eindrucksvoll unterstrichen: Eine geschlossene Mannschaftsleistung und Teamspirit sind wichtiger als teure Superstars in den eigenen Reihen zu haben. Das beweist auch ein Blick auf die afrikanischen Mannschaften. Während die Elfenbeinküste und Kamerun einige Stars in den eigenen Reihen hatten, musste Ghana ohne Michael Essien auskommen – und war damit trotzdem sehr viel erfolgreicher als die anderen afrikanischen Vertreter“, so Rothenbücher.

Zudem belegt die A.T. Kearney-Analyse, dass unfair spielende Teams definitiv nicht erfolgreich sind – Weltmeister Spanien schaffte es nach Nord-Korea mit den wenigsten gelben und roten Karten durch das gesamte Turnier. „Bei einigen Mannschaften war aber auch zu beobachten, dass schlechtes Spiel zu Frustration und damit zu vermehrtem Foulspiel führt“, so Rothenbücher.

Doch nicht nur auf dem Platz sondern auch neben dem Platz bzw. lange Zeit vor dem Spiel werden die Weichen für Sieg oder Niederlage gestellt. Dabei zeigt sich: Was für das erfolgreiche Führen eines Unternehmens gilt, scheint auch in vielen Bereichen im Fußball relevant: Eine nachhaltige Mannschaftsentwicklung beginnt schon lange Zeit vor Anpfiff eines Spiels durch sinnvolles Scouting und gezielte Nachwuchsförderung. Zudem ist gezieltes Innovationsmanagement für die Entwicklung von neuen Trainingsmethoden und Spielsystemen unabdingbar. Vor allem das spanische Team hat sehr erfolgreich umgesetzt, was Clubmannschaften wie beispielsweise Ajax Amsterdam bereits seit vielen Jahren praktizieren: In allen Altersklassen wird dasselbe, effektive und gewinnbringende System gespielt.

Effektives Management sorgt dafür, dass alle Räder des komplexen Gesamtsystems auch zusammengreifen. Last but not least gilt es, durch die Förderung eines jeden einzelnen Spielers auch den gesamten Kader wachsen zu lassen.

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