Erster Global Cities Index von A.T. Kearney, FOREIGN POLICY und dem Chicago Council on Global Affairs and Foreign Policy veröffentlicht: Mit Berlin auf Rang 17 nur eine deutsche Stadt unter Top 20 – Metropolen der Schwellenländer auf dem Weg zur Globalisierung
Deutschlands Städte mit Nachholbedarf bei Globalisierung

Düsseldorf, 01. Dezember 2008
Im Ranking der 60 am stärksten globalisierten Städte weltweit belegt Berlin als einzige deutsche Stadt in den Top 20 Rang 17. Damit liegt die deutsche Hauptstadt im europäischen Vergleich hinter London (2.), Paris (3.), Brüssel (13.) und Madrid (14.). Weltweiter Spitzenreiter ist New York. Allerdings holen Mega-Cities aus den Schwellenländern wie Peking, Moskau, Shanghai und Dubai mit hohem Tempo auf. Der Global Cities Index der Top-Managementberatung A.T. Kearney, des FOREIGN POLICY Magazins und des Chicago Council on Global Affairs and Foreign Policy untersucht den Globalisierungsgrad von 60 Städten weltweit auf der Basis von fünf Hauptkriterien: „wirtschaftliche Aktivität“, „Informationsaustausch“, „Kultur“, „politisches Engagement“ sowie „Bevölkerung und Bildung“. Den mit Abstand am schlechtesten Wert erzielten deutsche Städte in der Dimension „Bevölkerung und Bildung“.
„Der Index zeigt, dass vor allem im europäischen Vergleich Nachholbedarf in puncto Globalisierung besteht und wir an der Attraktivität unserer Städte arbeiten müssen“, sagt Dietrich Neumann, Zentraleuropachef von A.T. Kearney. „Das gilt besonders für die Qualität und Internationalität unserer Bildungsangebote. Passend zur aktuellen Debatte um eine ‚Bildungsrepublik Deutschland‘ beweist das Ranking: Die Voraussetzungen, um Bildung zu ermöglichen und nationale wie internationale Talente hervorzubringen und zu halten, müssen besser werden“, so Neumann weiter.
Erstmals ganzheitliche Erfassung von Globalisierung
Der Global Cities Index bewertet den Globalisierungsgrad von 60 verschiedenen Städten aus 40 Ländern anhand von 24 Kriterien in fünf Kategorien. Während vergleichbare Indices auf wirtschaftliche Aktivität oder Maßnahmen zur Steigerung der Lebensqualität begrenzt sind, deckt der Global Cities Index als erster Index neben den Bereichen wirtschaftliche Aktivität, Bevölkerung und Bildung sowie Informationsaustausch auch zwei weitere Größen ab, die die Globalisierung einer Stadt ausmachen: Kultur und politisches Engagement. „Somit bietet der Global Cities Index einen ganzheitlichen Einblick darin, wie Städte Integration, Interaktion und Einfluss auf globaler Ebene vorantreiben. Gleichzeitig zeigt er auf, inwiefern sich die Städte bei der Generierung und Bindung von globalem Kapital, Menschen und Ideen voneinander unterscheiden“, erläutert Neumann.
Deutschland nicht unter Top 10
Im weltweiten Ranking der 60 am meisten globalisierten Städte ist keine deutsche Stadt unter den Top 10 vertreten: Berlin ist mit Rang 17 deutscher Spitzenreiter, gefolgt von Frankfurt (Rang 21) und München (Rang 35). Dabei ist die Hauptstadt anderen deutschen Städten in den Dimensionen „Kultur“ (Rang 8), „Informationsaustausch“ (Rang 12), und „politisches Engagement“ (Rang 14) überlegen. Im Bereich „Bevölkerung und Bildung“ liegt im deutschen Vergleich München vorn (Rang 27), bei der „wirtschaftlichen Aktivität“ die Main-Metropole Frankfurt (Rang 11).
Damit rangiert Berlin im europäischen Vergleich hinter London (2.), Paris (3.), Brüssel (13.) und Madrid (14.). Handlungsbedarf besteht in Deutschland vor allem hinsichtlich einer noch konsequenteren Bildungsförderung. Dabei geht es nicht nur darum, jungen Menschen den Zugang zu Hochschulen zu ebnen, sondern auch darum, die Bildungs- und Fortbildungsangebote in allen Bereichen zu optimieren. Das betrifft vor allem eine stärkere internationale Ausrichtung von Schulen und Universitäten.
Weltweit am stärksten globalisiert sind New York, London und Paris. Allerdings passen sich Mega-Cities aus den Schwellenländern an die Doppeldynamik der Globalisierung und Urbanisierung schnell an: Besonders Peking, Moskau, Shanghai und Dubai machen den Platzhirschen zunehmend Konkurrenz.
Das sind die wichtigsten Ergebnisse des neuen Global Cities Index, der von der Top-Managementberatung A.T. Kearney, dem FOREIGN POLICY Magazin und dem Chicago Council on Global Affairs veröffentlicht wurde.
DIE globalisierte Stadt gibt es nicht
Was für Deutschland gilt, findet sich im weltweiten Maßstab bestätigt: Die vollkommene, globale Stadt gibt es nicht. Jede der führenden Städte weist unterschiedliche Stärken in den fünf verschiedenen Dimensionen des Index auf. Andere auf der Rangliste führende Städte, wiederum, verfügen in ganz bestimmten Bereichen über herausragende Rahmenbedingungen und können sich dadurch eine vergleichsweise gute Platzierung im Gesamtranking sichern. Im Bereich „Kultur“ belegt beispielsweise Toronto eine führende Position. Sydney nutzt seine natürlichen Voraussetzungen, um Menschen aus aller Welt anzuziehen und erzielt so im Bereich „Bevölkerung und Bildung“ eine hohe Punktzahl. Mexiko-City, Istanbul und Kairo konnten sich unter den Top 10 in den Dimensionen „Kultur“ und „politisches Engagement“ platzieren. Dies lässt darauf schließen, dass führende Städte Lateinamerikas, des Mittleren Ostens und Afrikas eine immer wichtigere globale Rolle spielen.
Unaufhaltsame Urbanisierung
Städtische Gebiete sind der Mittelpunkt der globalen Integration, die Motoren des Wachstums für ihre Länder und das Tor zu den Ressourcen ihrer Regionen. Im Jahr 2008 werden zum ersten Mal in der Geschichte mehr Menschen in Städten als in ländlichen Gebieten leben. Diese zunehmende weltweite Urbanisierung spiegelt sich auch im Index wider: 19 der 60 Städte sind sogenannte „Mega-Cities“ mit mehr als zehn Millionen Einwohnern. Der Index offenbart aber auch Unterschiede zwischen Städten in reichen und armen Ländern. Während reiche Länder die Urbanisierung verstärkt für die globale Integration nutzen, wird es für viele Städte in Schwellenländern durch die Herausforderungen der zunehmenden Urbanisierung immer schwieriger, die Früchte der Globalisierung zu ernten. „Dennoch zeigt der Index, dass globale Städte – unabhängig von Einkommensniveau oder Lage – vieles gemeinsam haben: Sie entwickeln eine hohe Attraktivität für Menschen mit guter Bildung und sind in der Lage, diese Menschen auch zu binden. Zudem eröffnen sie wirtschaftliche Möglichkeiten, vermarkten sich selbst und werden zum Zentrum von Kultur, Politik oder Geschäftsaktivitäten,“ resümiert Neumann.
Der Global Cities Index 2008 – Rang
| Ranking der 20 am stärksten globalisierten Städte | | Rang | Stadt | | 1.
| New York | | 2.
| London | | 3. | Paris | | 4. | Tokyo | | 5. | Hongkong | | 6. | Los Angeles | | 7. | Singapur | | 8. | Chicago | | 9. | Seoul | | 10. | Toronto | | 11. | Washington, D.C. | | 12. | Peking | | 13. | Brüssel | | 14. | Madrid | | 15. | San Francisco | | 16. | Sydney | | 17. | Berlin | | 18. | Wien | | 19. | Moskau | | 20. | Shanghai |
Über den Global Cities Index
Der Global Cities Index bewertet den Globalisierungsgrad von 60 verschiedenen Städten anhand von 24 Kriterien in fünf Kategorien: Wirtschaftliche Aktivität, Bevölkerung und Bildung, Informationsaustausch, Kultur sowie politisches Engagement. Er versteht sich als Ergänzung zum Globalization Index, den A.T. Kearney und das FOREIGN POLICY Magazine seit 2001 zur Messung der globalen Integration der Nationen ermitteln. Weitere Informationen unter
www.foreignpolicy.com. |