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09.02.2012 A.T. Kearney Service-Kompetenz Industrie-Kompetenz Veröffentlichungen Veranstaltungen Karriere

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A.T. Kearney-Studie untersucht die Potenziale des chinesischen Fünfjahresplans für deutsche Unternehmen – Vor allem Nachhaltigkeitstechnologien gefragt
China investiert 300 Milliarden Euro in Zukunftstechnologien

Düsseldorf, 15. Oktober 2008

Der chinesische Fünfjahresplan 2006-2010 und das damit verbundene Investitionsprogramm eröffnen auch deutschen Unternehmen große Chancen. Allein für die Branchen Solarenergie, Windenergie, neue Materialien, Gesundheitswesen, Automobil, Hochgeschwindigkeitsschienenverkehr und verarbeitende Industrie beträgt das Marktvolumen rund 300 Milliarden Euro. Das geht aus einer aktuellen Studie der Top-Managementberatung A.T. Kearney über die Erfolgsfaktoren deutsch-chinesischer Technologiepartnerschaften hervor. Ausschöpfen können beide Länder dieses Potenzial jedoch nur, wenn es ihnen gelingt, sehr viel partnerschaftlicher als bisher zusammenzuarbeiten und die Verteilung der Wertschöpfungskette neu zu definieren.

„Der Aufschwung der chinesischen Wirtschaft ist ungebrochen. Dennoch ist das Wirtschaftswachstum rückläufig – ein Trend, der sich in den nächsten Jahren fortsetzen wird. Um angesichts zunehmenden Wettbewerbs ihre Position im globalen Markt halten zu können, gehen chinesische Unternehmen zunehmend neue Wege – von denen auch deutsche Unternehmen profitieren können. So dringen sie immer mehr in neue, stärker Wert stiftende Bereiche der Wertschöpfungskette vor und bieten damit deutschen Unternehmen neue Absatzmöglichkeiten für ihr Know-how. Deutsche Expertise ist vor allem auch in den Zukunftsindustrien und zu Nachhaltigkeitsthemen gefragt“, sagt Wolfgang Haag, Vice President bei A.T. Kearney und Autor der Studie.

China: Wirtschaftswachstum nimmt ab

„Unsere Untersuchung hat gezeigt, dass sich vor allem in den traditionellen Branchen immer mehr chinesische Unternehmen neue und lukrativere Bereiche der Wertschöpfungskette erschließen. Die bisherige Arbeitsteilung zwischen Deutschland und China, nach der China vorrangig Rohstoffe und günstige Produktionsstätten beisteuert, geht vielfach nicht mehr auf. Durch alleiniges Fokussieren auf die Produktion verschenkt China im globalen Kontext zu viel der Wertschöpfung. Für deutsche Firmen, die über das entsprechende Know-how verfügen, bieten sich hier im Rahmen von Technologiepartnerschaften sehr große Chancen“, so Haag.

Milliarden-Investitionsprogramm: Chancen für Deutschland

Weiterentwickeln sollten sich chinesische Unternehmen zudem vor allem bei Innovationen in Zukunftsindustrien. Allein in den von A.T. Kearney im Rahmen der Studie untersuchten Kern-Zukunftsindustrien neue Materialien, Solarenergie, Windenergie, Gesundheitswesen, Hochgeschwindigkeitsschienenverkehr, Automobil und verarbeitende Industrie beläuft sich das Marktvolumen auf 300 Milliarden Euro. Für diese Industrien hat die chinesische Regierung im Rahmen des Fünfjahresplans 2006–2010 ehrgeizige Ziele gesteckt und fördert sie auf breiter Front.

„Auch für die deutsche Wirtschaft birgt das Milliarden-Investitionsprogramm der chinesischen Regierung bedeutende Chancen. In vielen dieser Zukunftstechnologien ist Deutschland Innovationsführer und kann im Sinne einer Nutzenmaximierung für beide Seiten sein Know-how einbringen. Hier erwarten wir eine immer intensivere Verquickung deutscher und chinesischer Kompetenzen. Langfristig kann so der hohe Bedarf an Serviceleistungen in China gedeckt werden“, sagt Bernhard Hartmann, Vice President und China-Experte bei A.T. Kearney.

Zukunftsindustrien: Deutsch-chinesische Verflechtungen nehmen zu

Bereits heute ergänzen sich in vielen der genannten Zukunftsindustrien die Kernkompetenzen beider Länder. Dabei fungiert China als Rohstofflieferant, Produzent und Zugangshilfe zum chinesischen Markt. Deutschland hingegen ist Lieferant von Know-how, Technologie und Infrastruktur und stellt entsprechend den Kundenwünschen den Kundendienst sicher. Deutsch-chinesische Erfolgsbeispiele finden sich unter anderem im Bereich der Solarindustrie oder der Materialforschung. Diesen Beispielen werden laut der A.T. Kearney Studie in Zukunft viele Unternehmen folgen und so ihre Kernkompetenzen entlang der Wertschöpfungskette noch stärker miteinander verzahnen.

„Innovationspartnerschaften bergen für deutsche Firmen großes Potenzial, denn Produktionsnähe ist seit jeher eine wichtige Voraussetzung für Technologiefortschritt. In Zukunft wird dieser in immer stärkerem Maße im Zusammenspiel der Marktteilnehmer einer Branche stattfinden, die ihre Produkte, Services und Prozesse aufeinander abstimmen“, sagt Hartmann.

Handlungsbedarf beim Schutz geistigen Eigentums

Nach wie vor stellt jedoch der Schutz des geistigen Eigentums eine große Herausforderung dar, die der Bereitschaft deutscher Firmen zur Zusammenarbeit mit China entgegenwirkt. Deutsche Unternehmen befürchten immer noch, kopiert zu werden, und geben ihr Know-how daher nur ungern preis. Die Folge: Statt eines partnerschaftlichen Grundgedankens dominiert vielfach immer noch eher Wettbewerbslogik die deutsch-chinesischen Geschäftsbeziehungen. „Wenn deutsche und chinesische Unternehmen in vollem Umfang von ihren unterschiedlichen Stärken profitieren wollen, ist der Schutz geistigen Eigentums in China eine Bedingung, auf die nicht verzichtet werden kann“, so Haag.

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