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23.05.2012 A.T. Kearney Service-Kompetenz Industrie-Kompetenz Veröffentlichungen Veranstaltungen Karriere

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A.T. Kearney-Studie untersucht Chancen und Perspektiven der deutschen IT-Industrie
IT-Kehraus in der Industrie – Chance und Herausforderungen für deutsche IT-Dienstleister und den IT-Arbeitsmarkt

Düsseldorf, 21. März 2007

Der steigende Wettbewerbsdruck hat auch immer mehr Auswirkungen auf die IT der Unternehmen. Von der IT wird zu Recht ein substantieller Wertbeitrag am Unternehmenserfolg eingefordert. IT-Kosten werden nicht mehr als gegeben akzeptiert. Das hat Konsequenzen für IT-Mitarbeiter und IT-Dienstleister. So werden in den nächsten fünf Jahren durchschnittlich 80 Prozent aller Ausgaben für IT-Services aus Kosten- und Qualitätsgründen auf externe Dienstleister fallen. Das geht aus einer aktuellen Studie der Top-Managementberatung A.T. Kearney hervor. Das aus dieser Entwicklung entstehende Marktpotenzial für IT-Service-Dienstleistungen taxieren die A.T. Kearney-Experten bis 2011 in Deutschland auf etwa 33 Milliarden Euro. Hier werden insbesondere große internationale IT-Dienstleister mit Zugang zu Niedriglohnressourcen (z.B. Offshore) und industriebezogene Nischenanbieter in Deutschland die besten Zukunftsaussichten haben. IT-Dienstleister mit fehlender kritischer Masse und unklarem Industrie- oder Spezialprofil werden die aus der steigenden Nachfrage resultierenden Möglichkeiten nicht nur nicht nutzen können, sondern sogar der Konsolidierung zum Opfer fallen – entsprechende Investoren stehen schon bereit. Auf der anderen Seite werden in deutschen Unternehmen schätzungsweise 120.000 klassische IT-Arbeitsplätze abgebaut. Gleichzeitig werden 25.000 neue Arbeitsplätze in der IT der Unternehmen entstehen – jedoch nicht für klassische IT-Spezialisten, sondern für IT-Fachkräfte mit Wirtschafts- oder besonderem Branchen-Know-how. In Deutschland werden allerdings zu wenige Fachkräfte dieser Art ausgebildet, die diesen Anforderungen entsprechen.

Unternehmen fast aller Branchen sind durch die Herausforderungen im Umgang mit neuen Technologien und ihren Möglichkeiten zunehmend auf ihre IT angewiesen, um ihre Wettbewerbsvorteile zu halten oder auszubauen. Unter diesem Druck wird und hat sich die Mehrzahl der IT-Organisationen signifikant verändern und ihre Ausrichtung auf die Business-Anforderungen nachhaltig verbessern müssen. „Eine effektive IT orientiert sich an den Kernprozessen des Unternehmens und soll Unternehmenswachstum und Effizienz unterstützen“, sagt Holger Röder, Vice President und Leiter der Strategic Information Technology Practice von A.T. Kearney in Deutschland: „Wir haben festgestellt, dass in fast allen Branchen die IT nur als Kostenfaktor und nicht als Werttreiber gesehen wird und sich möglichst rasch besser aufstellen muss. Dabei reicht es schon längst nicht mehr aus, dass die IT-Abteilung lediglich die Wünsche des Unternehmens erfüllt. Sie muss ihre spezifische, strategische Rolle im Unternehmen und der Branche verstehen, um das Unternehmen sowohl beim strategischen Einsatz der IT als auch im operativen IT-Betrieb optimal beraten zu können.“ Vor allem die IT in den Branchen Maschinenbau, Energiewirtschaft und Einzelhandel hinken dieser Entwicklung noch hinterher. Sehr viel besser sind hier bereits Finanzdienstleister und Telekommunikationsunternehmen aufgestellt.

„Um den Anforderungen gerecht zu werden, muss sich die IT strikt darauf fokussieren, das Kerngeschäft eines Unternehmens zu unterstützen“, sagt Dr. Marcus Eul, Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung bei A.T. Kearney und Co-Autor der Studie: „Das heißt weniger Konzentration auf Technik, Reduktion der Wertschöpfungstiefe und vor allem intelligentes Outsourcing an IT-Dienstleister.“

Auslagerung von IT-Services steigt rapide an

IT-Outsourcing wird immer mehr zum Standard. Bereits heute gehen bei deutschen Industrieunternehmen insgesamt 13 Milliarden Euro für IT-Services an externe Anbieter: das sind fast 35 Prozent der Gesamtausgaben. Dieser Anteil wird der A.T. Kearney-Studie zufolge in den nächsten fünf Jahren auf etwa 80 Prozent ansteigen, was einem Volumen von rund 33 Milliarden Euro entspricht.

Dieser Trend hat gravierende Folgen für die Arbeitsplätze in den IT-Abteilungen der deutschen Unternehmen; bis 2011 werden rund 120.000 Stellen abgebaut, weil Aufgaben in Zukunft von IT-Dienstleistern erbracht werden. Dabei handelt es sich aber nicht um eine reine Verschiebung der Arbeitsplätze von den IT-Abteilungen der Unternehmen zu den IT-Dienstleistern: „Nur 30 Prozent der von den Unternehmen in die IT-Dienstleister transferierten Arbeitsplätze bleiben auch in Deutschland, der Rest wird in Niedriglohnländer verschoben oder fällt – bedingt durch die höhere Produktivität der IT-Dienstleister – ganz weg“, sagt Eul.

Die Mehrzahl der Unternehmen wird bis dahin eine auf das Kerngeschäft fokussierte IT aufbauen und vor allem weite Teile des operativen Betriebs sowie der Wartung und Entwicklung insbesondere von Standardanwendungen auslagern. Allerdings werden sich Größe und Umfang der Outsourcing-Projekte ebenfalls ändern. Weil große „Full-Outsourcing“-Projekte ganzer IT-Abteilungen häufig gescheitert sind, geht der Trend zum sehr selektiven und auf bestimmte IT-Prozesse und IT-Services fokussierten Outsourcing sehr oft auch zusammen mit dem Outsourcen eines Geschäftsprozesses wie der Finanz- oder Personalverwaltung, dem sogenannten „Business Process Outsourcing“.

Chancen für IT-Service-Provider

Die vom Outsourcing-Trend profitierenden IT-Dienstleister können sich nur teilweise auf eine gute Zukunft freuen. Die Konsolidierung auf diesem Markt hat bereits begonnen. Der Analyse von A.T. Kearney zur Folge werden nur IT-Dienstleister erfolgreich überleben, die sich entweder als globale Player positioniert haben und aus ihrer Größe heraus Kostenvorteile realisieren, globale Produktionsnetzwerke (z.B. Offshore in Indien, Nearshore in Osteuropa) betreiben und/oder sich als ertragsstarker Spezialist auf eine Branche oder Technologienische konzentrieren. „Für globale Anbieter wird es darauf ankommen, ein aggressives Kostenmanagement zu betreiben und noch mehr Synergien und Skaleneffekte zu nutzen. Zudem müssen sie das Geschäft ihrer Kunden besser verstehen, um gegen die Spezialisten bestehen zu können. Regionale Anbieter werden wohl nur mit externer Hilfe durch Finanz- oder strategische Investoren wachsen können“, sagt Röder: „Ein zentraler Erfolgsfaktor für Nischenanbieter, egal ob Branchen- oder Technologienische, liegt auch im Zugang zu Niedriglohnländern. Dadurch steigt ihre Innovationskraft.“

Gesucht: IT-Fachkräfte mit Branchen- und BWL-Know-how

Aufgrund der Herausforderungen an die IT werden bis 2011 zusätzlich etwa 25.000 neue Arbeitsplätze für IT-Fachkräfte mit branchenspezifischem oder BWL-Know-how entstehen. Ihre Hauptaufgabe wird es sein, als Berater und Mittler zwischen den Fachbereichen im Unternehmen und den IT-Dienstleistern, egal ob intern oder extern, aufzutreten. „Die Unternehmen benötigen dazu Arbeitskräfte, die sowohl betriebswirtschaftliches als auch IT-Verständnis mitbringen oder sich sehr genau in der Branche des Unternehmens auskennen. Leider klafft derzeit ein Loch von etwa 18.000 Mitarbeitern zwischen der hohen Nachfrage nach diesen Experten und dem vorhandenen Angebot. Zusätzliche Qualifizierungsmaßnahmen, die jedoch sehr zeit- und kostenintensiv sind, könnten diesem Engpass entgegen wirken“, erklärt Dr. Konrad Meyer, Co-Autor der Studie.

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