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A.T. Kearney und „Produktion“ zeichnen deutsche Produktionsstätten beim Benchmark-Wettbewerb „Die Fabrik des Jahres/GEO“ aus / Lediglich 15 bis 20 Prozent aller Teilnehmer sind optimal aufgestellt
Produktionsstandort Deutschland: Optimieren statt Verlagern

München, 22. November 2006

Auch in diesem Jahr haben die Sieger-Unternehmen des Benchmark-Wettbewerbs „Die Fabrik des Jahres/GEO“ wieder den Beweis angetreten: Auf der Basis von Qualität und Innovationskraft ist erfolgreiche Produktion auch im Hochlohnland Deutschland mit außergewöhnlichem Markterfolg möglich. Dabei wurde das Gerätewerk Erlangen der Siemens AG aus dem Bereich Automation and Drives (A&D) zur „Fabrik des Jahres” 2006 gekürt. Der deutsche GEO Award ging an das Werk Thyrnau der ZF Achsgetriebe GmbH. Grundlage für den Erfolg der führenden deutschen Werke sind durchgängige Führungssysteme und die außerordentlich hohe Mobilisierung der eigenen Mitarbeiter. Doch lediglich 15 bis 20 Prozent aller Teilnehmer können zu den führenden deutschen Fabriken gezählt werden, in denen alle Voraussetzungen dafür gegeben sind, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Etwa zehn Prozent aller untersuchten Fabriken haben den Anschluss bereits verloren. Die A.T. Kearney-Experten gehen davon aus, dass in Deutschland in Summe branchenübergreifend etwa 500.000 Industrie-Arbeitsplätze kurz- bis mittelfristig akut bedroht sind.

„Erfolgreiche Werke legen mit ihren Spitzenleistungen in allen Leistungsdimensionen die Basis für einen außergewöhnlichen Markterfolg und nutzen diese Wachstumsdynamik konsequent zur Steigerung ihrer Produktivität und Innovationsfähigkeit. In einem solchen Wachstumsumfeld werden Produktivitätssteigerungen von den Mitarbeitern weniger als Bedrohung, sondern vielmehr als Königsweg zum Erfolg angesehen, der als Vorbild für alle produzierenden Unternehmen angesehen werden kann“, bringt Dr. Günter Jordan, Vice President bei A.T. Kearney und Initiator des Wettbewerbs das Erfolgsrezept der führenden Werke auf den Punkt.

Neben dem Gerätewerk der Siemens AG in Erlagen, das Teil des Geschäftsgebietes Motion Control Systems (MC) von Siemens Automation and Drives (A&D) ist, wurde die ZF Achsgetriebe gleich zwei Mal ausgezeichnet: neben dem GEO Award für das Werk Thyrnau ging die Auszeichnung für herausragende Prozessqualität an das ZF Achsgetriebe Werk in Gotha. Die weiteren Preisträger sind: Modine Wackersdorf GmbH für hervorragende Montage, die Wittenstein Gruppe in Igersheim für hervorragendes Innovationsmanagement sowie Schmitz Cargobull in Altenberge für sein überzeugendes Produktionssystem. „Standort Champion“ wurde Conti temic in Nürnberg/Ingolstadt.

Mit Innovationskraft aus der Krise

„Entscheidend für den Erfolg des Siegers ist die Kombination aus Markterfolg und Wachstum sowie beeindruckender Effizienz durch ausgeprägte Mobilisierung der Mitarbeiter. Hinzu kommt ein gutes Managementsystem in Verbindung mit einem wirksamen Programm zur Produktivitätssteigerung und Kostensenkung sowie einer Vielzahl von unkonventionellen Lösungen in den verschiedensten Bereichen“, zählt Dr. Bernd Schmidt, Projektleiter des Wettbewerbs in 2006, die Vorzüge des Siegerwerkes der Siemens AG in Erlangen auf.

„Für die Auszeichnung des Werkes Thyrnau der ZF Achsgetriebe mit dem GEO Award war ausschlaggebend, dass es dort gelungen ist, als schlanke Produktionsstätte ein neues Geschäftsfeld zu erschließen und dabei ausgesprochen kostengünstig zu arbeiten – und das auf höchstem Qualitätsniveau“, so Schmidt weiter.

Schlüsselfaktor: Mitarbeitermotivation

Insgesamt waren es sechs Leistungsdimensionen, die zur Ermittlung der Finalisten – und später der Gewinner – führten: Wertgenerierung, Kundenzufriedenheit, Wirtschaftlichkeit, Qualität, Agilität und Innovation. Dazu wurden über 100 Benchmarks ausgewertet, wobei branchen- und produktionstypspezifische Einflüsse berücksichtigt wurden. Unabhängig davon erhält jeder Teilnehmer eine individuelle Auswertung, welche die jeweilige Position im Teilnehmerfeld aufzeigt und es erlaubt konkrete Verbesserungsmaßnahmen abzuleiten.

„Eines hat der diesjährige Wettbewerb deutlich gezeigt: Nur sehr wenige Werke in Deutschland erreichen wirklich umfassende Exzellenz. Diese jedoch ist umso wichtiger, da sie Voraussetzung ist, um mit den Lohnkostennachteilen eines Hochlohnlandes im weltweiten Wettbewerb zu bestehen”, kommentiert Jordan.

Schwachstellen der „Schlusslichter“

„Alarmierend ist jedoch, dass etwa zehn Prozent aller untersuchten Werke den Anschluss bereits verloren haben und nur noch von ihrer Substanz leben. Diese Werke sind nicht nur gekennzeichnet durch ein deutlich geringeres Leistungsniveau, sondern vor allem auch durch eine extrem geringe Verbesserungsdynamik im Vergleich zum Durchschnitt, was an sehr vielen Kennzahlen deutlich wird“, so Jordan. Hier sind einschneidende Änderungen dringend notwendig, um diese Arbeitsplätze am Standort Deutschland noch erhalten zu können. „Wie eine zukunftsfähige Fabrik aussehen muss, haben die Sieger des diesjährigen Wettbewerbs eindrucksvoll unter Beweis gestellt“, so Jordan.

Der Benchmark-Wettbewerb „Die Fabrik des Jahres” zeichnet jährlich deutsche Fabriken aus, die mit echten Spitzenleistungen in der Produktion aufwarten können. Ins Leben gerufen wurde der härteste Benchmarking-Wettbewerb für produzierende Unternehmen bereits 1992 von der Top-Managementberatung A.T. Kearney und der Produktion, der Wirtschaftszeitung für die deutsche Industrie. Zusätzlich wird auch der Global Excellence in Operations Award (GEO) verliehen, bei dem die gesamte Wertschöpfungskette beurteilt wird.

Die Sieger in der Übersicht:

  Die Fabrik des Jahres: Siemens AG A&D MC, Gerätewerk Erlangen
  Deutscher GEO-Award: ZF Achsgetriebe GmbH, Thyrnau
  Hervorragende Prozessqualität: ZF Achsgetriebe GmbH, Werk Gotha
  Hervorragende Montage: Modine Wackersdorf GmbH, Wackersdorf
  Hervorragendes Innovationsmanagement: Wittenstein Gruppe, Igersheim
  Hervorragendes Produktionssystem: Schmitz Cargobull AG, Altenberge
  Standort-Champion: Conti Temic microelectronic GmbH, Nürnberg/Ingolstadt


Presseunterlagen können hier heruntergeladen werden.

Die Fabrik des Jahres/GEO 2006
Profil Siemens - Gerätewerk Erlangen (GWE)
Vita Josef Röhrle, Werksleiter Siemens Gerätewerk Erlangen
Vita Dr. Günter Jordan, Vice President bei A.T. Kearney
Vita Dr.-Ing. Bernd C. Schmidt, Principal bei A.T. Kearney

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