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Fraunhofer-Gesellschaft und A.T. Kearney untersuchen das Innovationsmanagement erfolgreicher Unternehmen
Deutschland ist erfinderisch – aber nicht innovativ

Düsseldorf, 14. August 2006

Trotz der vorrangigen Bedeutung von Innovationen schöpfen deutsche Unternehmen ihr Innovationspotenzial nur zum Teil aus. Vor allem kleinen und mittleren Unternehmen – oftmals entscheidende Impulsgeber für die Entwicklung von Innovationen – fehlen in der Regel die Methoden und finanziellen Mittel, um die Risiken der Umsetzung einer Ideen auf dem Weg zur erfolgreichen Markteinführung tragen zu können. Dieses Resümee ziehen die beiden Autoren Prof. Dr. Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft und Dr. Kai Engel von der Top-Managementberatung A.T. Kearney in ihrem Buch „Best Innovator“: Kleine und mittlere Unternehmen sind auf Risikokapital angewiesen, das in Deutschland noch stark unterrepräsentiert ist. Daher wird nur ein geringer Anteil der hohen Zahl von Patenten tatsächlich zur Marktreife gebracht – wichtigster Indikator dafür, dass beim Innovationsoutput trotz eines effizienten Forschungssystems noch deutliche Verbesserungspotenziale bestehen. Die Herausforderung besteht darin, das in der Forschungslandschaft erzeugte Wissen wieder in Geld umzusetzen.

Innovationen treiben die wirtschaftliche Entwicklung einer Volkswirtschaft voran. Dies gilt für Verbesserungen (inkrementelle Innovationen) bestehender Produkte und Dienstleistungen, wie für Durchbruchs-Innovationen (Basis-Innovationen), die sich auf die Entwicklung der gesamten Wirtschaft oder sogar der Weltwirtschaft auswirken. „Rohstoffarme Hochlohnstandorte wie Deutschland, sind auf Innovation angewiesen, um ihre Wirtschaft nachhaltig weiterentwickeln und einem Abbau des Wohlstandes entgegen wirken zu können“, so Dr. Kai Engel, der als Vice President das europäische Kompetenzteam Innovationsmanagement bei A.T. Kearney leitet. „So kann Deutschland von der Produktion wenig innovativer Produkte und Dienstleistungen kaum profitieren, da konkurrierende Standorte mit weniger Know-how diese Leistungen fast gleichwertig, aber deutlich günstiger herstellen können.“

Innovationsdynamik in Deutschland

Eine wesentliche Voraussetzung für die Entwicklung von Innovationen ist die Leistungsfähigkeit der Forschung. „Sowohl universitäre wie auch außeruniversitäre Forschung und Projekte der FuE-Abteilungen in Unternehmen tragen zu dieser Leistungsfähigkeit bei – und stehen in Deutschland für ein System, das sich als sehr effizient erwiesen hat“, sagt Prof. Dr. Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft: „Dennoch lässt die Innovationsdynamik im Land zu wünschen übrig. Dies ist nicht zuletzt auch auf die Rahmenbedingungen in Deutschland zurückzuführen.“

Kleine und mittlere Unternehmen auf Risikokapital angewiesen

Dabei sind global gesehen gerade kleine und mittlere Unternehmen für die Innovationskraft einer Volkswirtschaft von erheblicher Bedeutung, da sie oft die entscheidenden Impulse für die Entwicklung einer Innovation liefern. Da kleineren Unternehmen aber in der Regel das Geld fehlt, um die Risiken der Produktentwicklung und Markteinführung tragen zu können, sind sie auf spezialisierte Risikokapitalgesellschaften angewiesen – die in Deutschland unterrepräsentiert sind. „Daher gelingt es deutschen Unternehmen zu selten, eine Idee zur Marktreife zu bringen“, so Bullinger.

Innovation basiert auf der Vermarktung von Wissen

Deutschlands Schwäche im letzten Schritt des Innovationsprozesses hat erhebliche negative Auswirkungen auf die Volkswirtschaft. „Eine wissenschaftliche Publikation oder ein Patent ist noch keine Innovation, sondern zunächst einmal eine Grundlage, die vermarktet werden muss, damit man von Innovation sprechen kann. Die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens oder einer Volkswirtschaft hängt heute stark von der Fähigkeit ab, neues Wissen umzusetzen und dies zur Steigerung der Produktivität oder für die Schaffung neuer Produkte und Dienstleistungen zu nutzen“, sagt Engel. Selbst Unternehmen, die sich ausreichende Forschungs- und Entwicklungsausgaben leisten können, stehen vor der Herausforderung aus ihrem Wissen marktfähige und zugleich erfolgreiche Produkte zu machen.

Steigerung der Innovationskraft durch Innovationsmanagement

Eine Möglichkeit, den Innovationsoutput eines Unternehmens gezielt und ganzheitlich zu steuern, ist ein in die Unternehmensstrategie integriertes Innovationsmanagement. Dieses führt nicht nur zu Produktinnovationen, sondern auch zu Prozessinnovationen und Verbesserungen der Organisationsform. „Durch die Planung und Steuerung aller Innovationsaktivitäten von der ersten Idee bis zur erfolgreichen Markteinführung können die Potenziale verschiedener Innovationsarten ausgeschöpft werden“, so Engel.

House of Innovation

Aufbauend auf Erfahrungen in der Innovationsberatung für verschiedene Branchen hat A.T. Kearney das „House of Innovation“ entwickelt. In diesem Modell werden die wichtigsten Bausteine eines erfolgreichen Innovationsmanagements dargestellt. Das Dach des House of Innovation bildet dabei die Innovationsstrategie, ein Planungsprozess, der klar absteckt, für welche Unternehmensziele Innovation gefordert ist und wie sie durch Ressourcen, Prozesse, Technologien und Verhaltensweisen im Unternehmen gefördert werden soll. „Neben der Innovationsstrategie sollte ein auf Innovation ausgerichtetes Unternehmen dieses Ziel auch in seine Organisation und Unternehmenskultur mit einbeziehen“, erläutert Engel: „Auf diese Weise können innovative Impulse verstärkt und gefördert werden.“

Das Buch „Best Innovator. Erfolgsstrategien von Innovationsführern“ von Prof. Dr. Hans-Jörg Bullinger und Dr. Kai Engel analysiert das Innovationsmanagement von erfolgreichen Unternehmen, die sich im gleichnamigen Wettbewerb von A.T. Kearney, Wirtschaftswoche, Fraunhofer-Gesellschaft und kfw (Kreditanstalt für Wiederaufbau) als Best-Practices ausgezeichnet haben. Als praxisorientierter Leitfaden geben die Autoren Hinweise und Empfehlungen, wie Unternehmen ihr die Innovationsmanagement erfolgreich organisieren können. „Best Innovator“ ist erschienen im FinanzBuch Verlag. ISBN: 3-89879-180-7

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