Presse Newsletter Kontakt SucheHome
23.05.2012 A.T. Kearney Service-Kompetenz Industrie-Kompetenz Veröffentlichungen Veranstaltungen Karriere

Veröffentlichungen - Veröffentlichungen unserer Service-Practices
Veröffentlichungen - Veröffentlichungen unserer Service-Practices - China Solutions
Veröffentlichungen - Veröffentlichungen unserer Service-Practices - Komplexitätsmanagement
Veröffentlichungen - Veröffentlichungen unserer Service-Practices - Global Business Policy Council
Veröffentlichungen - Veröffentlichungen unserer Service-Practices - Innovation and R&D Management
Veröffentlichungen - Veröffentlichungen unserer Service-Practices - Marketing & Sales
Veröffentlichungen - Veröffentlichungen unserer Service-Practices - Nachhaltigkeit
Veröffentlichungen - Veröffentlichungen unserer Service-Practices - Organization & Transformation
Veröffentlichungen - Veröffentlichungen unserer Service-Practices - Produktion und Logistik
Veröffentlichungen - Veröffentlichungen unserer Service-Practices - Strategische IT
Veröffentlichungen - Veröffentlichungen unserer Service-Practices - Strategie
Veröffentlichungen - Veröffentlichungen unserer Service-Practices - Strategisches Beschaffungsmanagement
Veröffentlichungen - Veröffentlichungen unserer Industrie-Practices
Veröffentlichungen - Veröffentlichungen unserer Industrie-Practices - Automobil- und Zulieferindustrie
Veröffentlichungen - Veröffentlichungen unserer Industrie-Practices - Banken und Versicherungen
Veröffentlichungen - Veröffentlichungen unserer Industrie-Practices - Chemie und Öl
Veröffentlichungen - Veröffentlichungen unserer Industrie-Practices - Energie- und Versorgungswirtschaft
Veröffentlichungen - Veröffentlichungen unserer Industrie-Practices - Engineering und Stahl
Veröffentlichungen - Veröffentlichungen unserer Industrie-Practices - Konsumgüterindustrie und Handel
Veröffentlichungen - Veröffentlichungen unserer Industrie-Practices - Luft- und Raumfahrt/Verteidigung
Veröffentlichungen - Veröffentlichungen unserer Industrie-Practices - Pharmaindustrie und Gesundheitswesen
Veröffentlichungen - Veröffentlichungen unserer Industrie-Practices - Private Equity
Veröffentlichungen - Veröffentlichungen unserer Industrie-Practices - Telekommunikation*
Veröffentlichungen - Veröffentlichungen unserer Industrie-Practices - Transport, Touristik und Infrastruktur




Konsolidierungswelle gefährdet Automobilzulieferer mit operativen Defiziten
A.T. Kearney-Studie zeigt enormes Leistungsgefälle in der deutschen Automobilzulieferindustrie

Düsseldorf, 21. Juni 2005

Die Leistungsunterschiede in der deutschen Automobilzulieferindustrie werden immer größer. Gegenüber anderen Branchen liegen die führenden Automobilzulieferer zwar noch weiter vorn, doch der brancheninterne Vergleich zeigt eine immer größer werdende Kluft hinsichtlich Wettbewerbsfähigkeit und Effektivität. Die operativ starken Unternehmen entfernen sich weiter vom Schlussfeld. Dies geht aus einer aktuellen Untersuchung der Top-Managementberatung A.T. Kearney hervor, in der die operativen Leistungen produzierender Unternehmen auf Basis der Benchmark-Studie „Die Fabrik des Jahres/GEO“ untersucht wurden. Im Zuge der Konsolidierung könnten schon sehr bald eine ganze Reihe von Unternehmen die Eigenständigkeit am Markt verlieren, wenn es ihnen nicht gelingt, durch grundlegende Veränderungen die Leistungslücke zum oberen Viertel der Vorzeigefabriken zu schließen. Wesentliche Erfolgsfaktoren der führenden Zulieferer sind die konsequente Ausrichtung sämtlicher Prozesse an den Bedürfnissen der Hersteller und Endkunden sowie hohe Investitionen in die Weiterbildung der Fertigungsmitarbeiter.

„Die Automobilzulieferer nehmen zwar im Branchenvergleich weiterhin eine Spitzenposition ein. Besorgnis erregend ist jedoch, dass sich ein immer größer werdendes Leistungsgefälle innerhalb der Branche abzeichnet“, sagt Bernd Kreutzer, Leiter der zentraleuropäischen Automobilaktivitäten von A.T. Kearney: „Dies gewinnt besonders vor dem Hintergrund der zunehmenden Marktkonsolidierung an Bedeutung. Denn letztlich wird die hohe Intensität von Mergers & Acquisitions (M&A) in der Automobilzulieferbranche dazu führen, dass nur die Unternehmen am Markt überleben werden, die jetzt als Erste die Initiative ergreifen. Gefährdet sind vor allem Automobilzulieferer mit operativen Defiziten. Diese werden den Übernahmeangeboten nicht standhalten können.“

Das obere Viertel der Automobilzulieferer unterscheidet sich von den unterdurchschnittlichen Unternehmen vor allem bei der Effektivität der Einkaufsleistung und dem Management von Kernprozessen. Den hohen Anforderungen der Automobilhersteller wird durch optimierte Prozesse, gut ausgebildete Fertigungsmitarbeiter bei günstiger Kostenposition entsprochen, so dass eine breite Kundenzufriedenheit erzielt werden kann. Dabei unterscheiden die Kriterien Einkaufseffektivität, Anlageneffektivität, Effizienz der Werkslogistik und Kompetenz im Management von Entwicklungsprojekten die Top-Zulieferer klar von den unterdurchschnittlichen Unternehmen.

Wettbewerbsvorteil Einkaufseffektivität

In der Einkaufseffektivität fallen die unterdurchschnittlichen Unternehmen zum Teil deutlich zurück: So liegen die in den letzten drei Jahren durchschnittlich erzielten Einsparungen um 1,6 Prozent unter den Ergebnissen der besten Automobilzulieferer. Dies ist insbesondere bei dem weiterhin stark anhaltenden Kostendruck seitens der Hersteller ein Wettbewerbsnachteil. Allerdings bleiben in diesem Jahr selbst die Spitzenunternehmen hinter anderen Industrien, bei denen die besten Unternehmen durchschnittlich 3,2 Prozent pro Jahr erzielen, zurück. Dies liegt unter anderem in den bereits erzielten aggressiven Einsparungen der letzten Jahre begründet. „Um im Wettbewerb zu bestehen, reicht das allerdings nicht aus“, stellt Kreutzer fest: „Die Gruppe der unterdurchschnittlichen Unternehmen muss seine Anstrengungen intensivieren, um dem Kostendruck der Hersteller begegnen zu können.“

Weiterbildung der Mitarbeiter Basis für hohe Anlageneffektivität

Auch bei der Anlageneffektivität zeigen sich Unterschiede. Die besten Zulieferunternehmen haben in den letzten Jahren Anstrengungen unternommen, ihre Herstellungsprozesse zu optimieren. Sie konnten die außerplanmäßigen Stillstandzeiten in den letzten drei Jahren um durchschnittlich 20 Prozent reduzieren. Basis dafür ist der deutlich höhere Qualifikationsaufwand für die Werksarbeiter: „Ein wichtiger Grund für die Spitzenleistungen der deutschen Automobilzulieferbranche sind die hohen Investitionen in die Weiterbildung der Mitarbeiter“, sagt Stolz, Automobilexperte bei A.T. Kearney und Leiter der Automobil-Studie: „Da jedoch gerade die Anforderungen in der Produktion stetig ansteigen, ist es notwendig, die Qualifizierungsmaßnahmen der Produktionsmitarbeiter noch weiter auszubauen.“ Derzeit investieren die Automobilzulieferer jährlich mit rund 1.500 Euro pro Mitarbeiter nahezu doppelt so viel in die Fortbildung des indirekten Personals wie in die Förderung der Fertigungsmitarbeiter, die jährlich bei knapp 800 Euro liegt. „Allerdings gibt es auch hier signifikante brancheninterne Gegensätze“, erklärt Stolz: „So fördert die Spitzengruppe der Automobilzulieferer ihre Werksarbeiter mit durchschnittlich fünf Trainingstagen pro Jahr, während die unterdurchschnittlichen Unternehmen ihnen nur zwei Tage zur Verfügung stellen.“

Spitzenfeld auch bei Logistik und Projektmanagement vorne

Im Bereich der Logistik können die besten Unternehmen sich ebenfalls deutlich von den schlechteren absetzen. Dies gilt sowohl für die Liefertermintreue der eigenen Lieferanten als auch für die korrekte Belieferung der Kunden. In beiden Werten kommt das Spitzenfeld auf 99 bis 100 Prozent, während die unterdurchschnittlichen Unternehmen nur zwischen 90 und 95 Prozent erreichen.

Letztendlich schaffen es die besten Zulieferer auch, durch effektives Projektmanagement ihre Projekte besser innerhalb der geplanten Zeitleiste und Budgets zum Ziel zu führen. „Die führenden Automobilzulieferer setzen für das Management ihrer Investitionen eine hohe Kompetenz ein und können so bessere Ergebnisse erzielen“, erläutert Stolz: „Hier sind schlanke Entwicklungsprozesse, eindeutiges Gateway-Management und optimierte Schnittstellen zwischen Anlauf- und Entwicklungssteuerung Kernerfolgsfaktoren.“

Operativer Vorsprung bedeutet höhere Kundenzufriedenheit

Insgesamt spiegelt sich der operative Vorsprung der besten Unternehmen auch in der Kundenzufriedenheit wider: So konnten die Top-Zulieferer in den letzten drei Jahren die Anzahl der Kundenbeschwerden deutlich reduzieren. Kreutzer betont, dass dies nicht zu Lasten der Kostenstruktur gehen muss: „Die Spitzenunternehmen haben um 30 bis 40 Prozent niedrigere Fertigungsgemeinkosten als die unterdurchschnittlichen Zulieferer.“

Im Rahmen der derzeitigen Konsolidierung in der Automobilzulieferindustrie haben die Unternehmen mit operativer Exzellenz einen entscheidenden Vorsprung. „Diese Unternehmen verschaffen sich den operativen und finanziellen Spielraum, um aktiv an der Konsolidierung teilzunehmen. Alle anderen sind akut gefährdet, der Konsolidierung zum Opfer zu fallen“, sagt Kreutzer.

Copyright 2012, A.T. Kearney. Alle Rechte vorbehalten.
Nutzungsbedingungen | Datenschutz | Impressum | Feedback | Sitemap