IT-Manager müssen umdenken: Unterstützung der Unternehmensstrategie wichtiger als Kostenreduzierung
A.T. Kearney-Studie untersucht weltweit Stellenwert und Bedeutung der Informationstechnologie in Unternehmen

Düsseldorf, 29. April 2005
Die Anforderungen an IT-Manager werden sich zukünftig stark verändern. Während ihre Arbeit derzeit noch hauptsächlich nach Kosten- und Produktivitätsgesichtspunkten beurteilt wird, werden sie sich zukünftig an ihrem Beitrag zur Erreichung der Unternehmensziele messen lassen müssen. Das geht aus einer aktuellen Studie der Top-Managementberatung A.T. Kearney hervor, zu der weltweit 200 Vorstände, Führungskräfte und IT-Leiter befragt wurden. 70 Prozent der Führungskräfte gaben zwar an, dass Investitionen in die IT die Realisierung ihrer Unternehmensstrategien erst ermöglichen, aber nur ein Drittel der Unternehmen klassifiziert die eigene IT-Planung als klar an der Unternehmensstrategie ausgerichtet. 30 Prozent der Befragten glauben sogar, dass jährlich 20 Prozent des IT-Budgets schlichtweg vergeudet werden – was allein in Deutschland einer Summe von 22 Milliarden Euro entspricht.
„Die Fokussierung auf Wachstum als zentrales Unternehmensziel ist längst noch nicht in allen IT-Abteilungen angekommen“, sagt Dr. Dirk Buchta, Vice President und Leiter des Bereichs Strategische IT bei A.T. Kearney. „Investitionen in die Informationstechnik eines Unternehmens zielen nach wie vor meist darauf ab, das tägliche Geschäft abzuwickeln und Kosten zu reduzieren, anstatt sie an Produktinnovationen und Ertragssteigerungen zu messen.“
Aus den Ergebnissen der Studie leitet A.T. Kearney ab, dass zahlreiche Unternehmen ihre Wachstumschancen gefährden, weil ihre IT-Organisationen sich nicht an den Anforderungen des Geschäfts orientieren.
Innovationen kommen nicht aus IT-Abteilungen
Obwohl 67 Prozent der befragten Führungskräfte IT-Innovationen als entscheidend für den Unternehmenserfolg bewerten, werden nur 20 Prozent der IT-Investitionen für die gezielte Generierung von Produkt- oder Service-Innovationen durch IT eingesetzt. Das sind 30 Prozent weniger als im Jahr 2002. Fast drei Viertel der Führungskräfte (72 Prozent) sagen sogar, dass die besten Ideen für die Nutzung neuer Informationstechnologien von außerhalb der IT-Abteilung kommen, zum Beispiel aus den Bereichen Unternehmensstrategie, Vertrieb, Marketing oder Produktion. „Idealerweise müsste dies jedoch umgekehrt sein. Entsprechend ist es notwendig, dass IT-Organisationen in einem engen und zeitnahen Austausch mit den übrigen Unternehmensteilen pro-aktiv über Auswirkungen und Möglichkeiten neuer Technologien informieren und diese bedarfsgerecht implementieren“, sagt Buchta.
20 Prozent der IT-Budgets werden vergeudet
Ungefähr die Hälfte der Befragten (47 Prozent) gab an, dass ihre IT-Abteilung sich hauptsächlich mit der Erledigung der täglichen IT-Anforderungen im Unternehmen beschäftigt, anstatt mit langfristigen strategischen Anforderungen: „Die Ergebnisse unserer Studie erschüttern das Bild, dass das IT-Management technologische Innovationen im Unternehmen vorantreibt“, sagt Buchta. „Die Realität ist, dass die meisten IT-Abteilungen nicht in der Lage sind, den Einsatz neuer Technologien zu prüfen, weil sie im Tagesgeschäft stecken bleiben. Leider wird dies vom Top-Management viel zu oft akzeptiert“, so Buchta.
Der Studie zufolge hat sich das Zusammenspiel zwischen Unternehmensstrategie und IT-Abteilung in die falsche Richtung entwickelt. Nur 25 Prozent der Unternehmen können auf eine gut funktionierende Integration von Unternehmens- und IT-Planungsprozessen verweisen. Vor drei Jahren waren dies immerhin 32 Prozent. Folglich werden die IT-Abteilungen in den Chefetagen der meisten Unternehmen als wenig beweglich und wenig strategisch ausgerichtet wahrgenommen. Nur 41 Prozent der Entscheidungsträger in den Unternehmen bewerten die Fähigkeit ihrer IT-Abteilung, auf notwendige strategische Veränderungen zu reagieren, als gut. 30 Prozent der Befragten glauben sogar, dass jährlich 20 Prozent des IT-Budgets in ihrem Unternehmen schlichtweg vergeudet werden. „Die Konsequenzen dieser Untersuchung liegen auf der Hand: IT-Manager und Unternehmensleitung sollten gemeinsam daran arbeiten, den Erfolg des IT-Managements an seinem Beitrag zur Umsetzung der Unternehmensstrategie zu messen. Hier muss ein Umdenkprozess bei IT- und Top-Management stattfinden, der Innovationen in den IT-Abteilungen ermöglicht und so Wachstum fördert“, so Buchta.
Die Notwendigkeit und die Bereitschaft dazu wird in amerikanischen und europäischen Unternehmen allerdings sehr unterschiedlich gesehen. Insgesamt erwarten europäische Entscheidungsträger weniger von der IT-Abteilung als ihre amerikanischen Kollegen: Nur 20 Prozent der europäischen Vorstände glauben, dass IT-Innovationen einen entscheidenden Beitrag zu ihrem Geschäftserfolg leisten können. In USA sind dies immerhin 32 Prozent.
Für die Studie wurden über 200 Interviews geführt mit Vorstandsmitgliedern, Führungskräften und IT-Leitern aus US-Unternehmen mit einem Umsatz von mindestens einer Milliarde US-Dollar und europäischen Unternehmen mit einem Umsatz von mindestens 500 Millionen US-Dollar. Der Fokus lag dabei auf den sechs Schlüsselindustrien Finanzdienstleistungen, Konsumgüter & Handel, Prozessindustrien (Energie und Chemie), Telekommunikation & Hightech, Pharma & Gesundheitswesen sowie Automobil & Transport.
Lesen Sie hier das White Paper zur Studie
"Why Today’s IT Organization Won’t Work Tomorrow"
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