A.T. Kearney erweitert China-Engagement mit eigenem Beratungsbereich
Wolfgang Haag und Bernhard Hartmann leiten die neue A.T. Kearney China Solutions Group Central Europe

Düsseldorf, 05. Januar 2005
Die China Solutions Group der Top-Managementberatung A.T. Kearney wird ab sofort auch in Zentraleuropa vertreten sein. Wolfgang Haag (41) und Bernhard Hartmann (42) übernehmen in Deutschland die Leitung des Bera-tungsbereichs, in dem A.T. Kearney weltweit sein China-Know-how bündelt. Den Kern der China Solutions Group bilden über 100 mehrsprachige chinesische Berater in den Niederlassungen Peking, Hongkong, Shanghai und Taipeh. In enger Zusammenarbeit mit ihren Kollegen auf der ganzen Welt unterstützen sie Unternehmen vor Ort bei einem China-Engagement: sei es nun, um durch den Aufbau eigener Niederlassungen einen Wachstumsmarkt zu erschließen oder, um im Zuge einer Kostenoptimierung eine eigene Produktionsplattform für den gesamten asiatischen Markt aufzubauen.
Die Bedeutung Chinas als Wirtschaftsstandort hat A.T. Kearney schon sehr früh erkannt: „Unsere Niederlassungen in China werden bereits seit über 20 Jahren von Unternehmen aus der ganzen Welt als Plattform für die Expansion in den chinesischen Markt genutzt“, erklärt Wolfgang Haag: „Einer der zentralen Faktoren der weltwirtschaftlichen Entwicklung ist derzeit unbestritten das dynamische Wirtschaftswachstum in China. An diesem können Unternehmen in erster Linie durch den Aufbau von Produktionskapazität, die Globalisierung über China, den Markteintritt durch Export und Lizenzen oder durch die Nutzung Chinas als Beschaffungsmarkt profitieren“.
Wolfgang Haag und Bernhard Hartmann
Sowohl Haag als auch Hartmann blicken auf eine langjährige Projekterfahrung in so zentralen Bereichen wie Strategie, Organisation, Restrukturierung und Prozessoptimierung zurück.
Haag ist Dipl.-Ing. für Technische Kybernetik und war nach Abschluss seines Studiums an der Universität Stuttgart drei Jahre im Bereich internationale Forschung und Beratung am Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automa-tisierung (IPA) in Stuttgart beschäftigt. In seiner zwölfjährigen Tätigkeit als internationaler Top-Management-Berater betreute er vornehmlich Projekte im Investitionsgüterbereich, in der Bauindustrie, im Öl- und Gas-Bereich sowie für Versorgungsunternehmen mit dem Schwerpunkt China. So unterstützte Haag beispielsweise die Stadt Shanghai in der Ausrichtung auf künftige Schwerpunktindustrien, um die Wettbewerbsfähigkeit der Stadt zu erhalten beziehungsweise auszubauen. Darüber hinaus begleitete er die Privatisierung des Staatsunternehmens Shanghai Electric Corporation (SEC) auf dem Weg zu einem künftigen „Global Player“ und unterstützte mehrere internationale Investitionsgüterhersteller bei der Auswahl von attraktiven chinesischen Akquisitionszielen.
Hartmann verfügt über eine achtjährige Beratungserfahrung bei A.T. Kearney, wo er bisher als Mitglied der Energie-Practice in Europa, Nordamerika und Asien für Unternehmen der Öl- und Gas-Industrie, Petrochemie, Energiewirtschaft und dem Anlagenbau tätig war. Seine Beratungsschwerpunkte liegen vor allem in den Bereichen Strategie-Entwicklung, Prozess- und Organisationsoptimierung, Post Merger Integration und Global Benchmarking. Er studierte Geologie und Betriebswirtschaftslehre an den Universitäten Würzburg und Austin/Texas und promovierte nach seinem Diplom- und MBA-Abschluss an der Universität Bern im Fach Geologie. Hartmann wird ab Januar 2005 nach Shanghai übersiedeln und das chinesische Beraterteam von A.T. Kearney vor Ort verstärken.
Wachsende Nachfrage
Nach einem anfänglich zögerlichen Wachstum wird der Markt für Beratungsleis-tungen in den Bereichen Strategie-, Management- und IT-Beratung in China mittlerweile auf etwa eine Milliarde Euro geschätzt. „Eine ganz besondere Dynamik hat die Beratung in strategischen Fragen entwickelt: Während dieser Bereich bis-her nur etwa ein Zehntel des Gesamtvolumens ausmachte, gehen wir für die nächsten drei Jahre von einer Vervielfachung aus“, begründet Haag die Auswei-tung des China-Engagements: „Einen großen Anteil am China-Beratungsgeschäft machen Kunden aus Europa und den USA aus. Zunehmend an Bedeutung gewinnen jedoch auch große chinesische Staatsunternehmen, die jetzt und künftig priva-tisiert werden.“
China Solutions Group: Service- und Branchenexpertise
„Die China Solutions Group verbindet Kompetenzen und Erfahrungen über den chinesischen Wirtschaftsraum mit den bewährten A.T. Kearney Service- und Branchenkenntnissen“, erklärt Hartmann: „Unsere Kunden in Europa profitieren von einer entsprechenden Teamzusammenstellung aus Beratern, die die Unter-nehmensbedürfnisse in ihren Heimatmärkten kennen und chinesischen Beratern, die mit den Begebenheiten in China bestens vertraut sind.“
Neben Mergers & Acquisitions als zentrale Möglichkeit eines Markteintritts sieht Hartmann aktuell den größten Beratungsbedarf in den Bereichen Strategie, Markt-segmentierung und –analyse sowie Marketingkampagnen: „Ein im Vergleich zu westlichen Standards sehr unterschiedliches Rechtssystem und –bewusstsein macht zudem weitreichende Maßnahmen zum Schutz geistigen Eigentums notwendig“, sagt Hartmann. Gründliche Analyse und eine langfristige Planung bilden die Basis für die Entwicklung einer geeigneten Eintritts-Strategie in ein für viele Unternehmen noch ungewohntes und neuartiges wirtschaftliches Terrain. Gefragt ist zudem die Unterstützung bei Aufbau, Organisation und Beschleunigung effek-tiver Supply Chains – sowohl mit lokalen Lieferanten innerhalb Chinas als auch bei der Integration in bestehende globale Wertschöpfungsketten: „Immer bedeutender wird dabei die Beratung von mittelständischen Zulieferbetrieben, die sich dazu entschlossen haben, großen produzierenden Unternehmen nach China zu folgen“, so Hartmann.
China an der Spitze internationaler Direktinvestitionen
Dem aktuellem A.T. Kearney Foreign Direct Investment (FDI) Confidence Index® zufolge ist China weiterhin mit großem Abstand der attraktivste Standort im Wettbewerb um internationale Direktinvestitionen: „China wird als ‚klassischer’ Fertigungs- und Montage-Standort vor allem wegen seiner Marktgröße, dem Zugang zu weiteren Exportmärkten, staatlichen Anreizen und der guten Infrastruktur bevorzugt“, so Haag. Für Deutschland sieht Haag hier jedoch einen erhöhten Nachholbedarf: „Die Investitionen deutscher Unternehmen sind im internationalen Vergleich zu gering, um in den nächsten Jahren am Wachstum so boomender Märkte wie China zu partizipieren: Engagierten sich deutsche Unternehmen international im Jahr 1999 noch mit 109 Milliarden US-Dollar, waren es im vergangenen Jahr nur noch 2,6 Milliarden.“ |