Ein global operierender Petrochemie-Konzern mit mehreren Geschäftseinheiten (u.a. Basischemikalien, Intermediates, Polymere, Dünger und Metalle) und über 30 Produktionsstandorten weltweit hat in seiner globalen Wachstumsstrategie den Ausbau seiner Produktionskapazitäten um bis zu 300 Prozent geplant. Dabei wurde eine funktionierende Supply Chain als Grundlage und wesentlicher Faktor zur Umsetzung der Wachstumsstrategie identifiziert. Folgerichtig waren die strategische Neuausrichtung des globalen Distributionsnetzwerkes mit Schwerpunkten in Asien und Europa, der Ausbau der globalen Supply-Chain-Infrastruktur sowie die Skalierung der umfassenden Supply-Chain-Prozesse und IT-Systeme die wesentlichen Handlungsfelder.
In gemeinsamen Teams aus Beratern und mehr als 50 Experten aus dem Klienten-Unternehmen wurde nach einer dreimonatigen Analysephase die neue zukunftsgerichtete Supply-Chain-Strategie abgeleitet. Dabei standen die Investitionen in eine erweiterte IT-Unterstützung der neuen Supply-Chain-Prozesse von Beginn an im Fokus des Projekts. Vier Prozesse wurden bezüglich ihrer IT-Unterstützung optimiert:
Supply-Chain-Strategie mit besonderem Schwerpunkt auf das Netzwerk-Design, logistische Infrastruktur wie Hafen- und Eisenbahnanbindung sowie strategische IT Investitionen
Supply-Chain-Planung mit der gesamten Prozess- und IT-Architektur in Absatzplanung, Produktions- und Bestandsplanung, Distributions- und Logistikplanung, Beschaffungsplanung sowie der organisationsübergreifenden Koordination in der monatlichen SOP-Planung („Sales & Operational Planning“)
Supply Chain Operations inkl. der Prozess- und Systemunterstützung in SAP ECC in den Abwicklungsprozessen Kundenservice- und Auftragsmanagement, Lager- und Bestandshaltung, Produktionsfeinplanung, Transportfeinplanung und -durchführung sowie Lieferantenmanagement- und Auftragsmanagement
Supply Chain Performance Management inkl. der dazugehörigen KPI-Struktur und der notwendigen Data Warehouse Applikationen auf Basis SAP BW
Übergreifendes Thema des Projekts war die „strategische Aufstellung“ der Prozesse, Organisation und insbesondere der IT als Ausgangsbasis für das geplante Wachstum insbesondere hinsichtlich der Skalierbarkeit und der Zuverlässigkeit der Supply Chain.
Projektzielsetzung
Das Projekt verfolgte und unterstützte im Wesentlichen vier Geschäftsziele:
Steigerung der Liefertreue und des Kundenservice in der Supply Chain
Ausrichtung der Supply Chain auf die ambitionierten Wachstumsziele
Ganzheitliche Entwicklung der Supply Chain auf Weltniveau
Nutzung neuester IT-Technologien und Prozesse
Vorgehensweise
Der Auftrag an A.T. Kearney war, in
Phase 1
eine umfangreiche Ist-Analyse durchzuführen und die Supply-Chain-Strategie neu zu definieren. Hier wurden die bestehenden Schwachstellen identifiziert und mit Hilfe von Best-Practices die strategische Neuausrichtung formuliert. In
Phase 2
wurde die Strategie operationalisiert, d.h. die neue Prozess- und IT-Landschaft wurde detailliert und umsetzungsreife Maßnahmenpakete definiert. Hierzu gehörte u.a. das Prozessdesign auf Level 3, das Mapping der IT-Applikationen, die Definition der neuen IT-Anforderungen einschließlich der mehrstufigen Selektion und finalen Auswahl der Softwareprovider. Ihren Abschluss fand die zweite Phase mit der Erarbeitung der strategischen Roadmap, der Ausarbeitung eines Business Case und der Auswahl eines Systemintegrationshauses inklusive RFP-Prozess für die Prozess-IT- Implementierung in
Phase 3.
Projektergebnisse
Mit dem Abschluss der Phase 2 wurden ambitionierte Ziele formuliert und Performanceziele mit den Geschäftseinheiten abgestimmt. Derzeit werden sie im Zuge der Umsetzungsphase 3 implementiert.
In Summe wurde ein ganzheitliches Konzept für das globale Supply Chain Management erarbeitet und umsetzungsreif konzeptioniert. Im Vordergrund standen die Verbesserung des Kundenservice sowie die Ausrichtung aller Supply-Chain-Aktivitäten auf die neu etablierten Kundensegmente. Dazu erfolgte eine Neustrukturierung des globalen Distributionsnetzwerkes, um z.B. gestiegenen Serviceanforderungen gerecht zu werden. Die Stabilität der Supply Chain zur Erreichung der neuen Serviceziele war das Primat zum Redesign der Supply-Chain-Planungs- und Operationsprozesse, die durch die strategische Neupositionierung der Supply-Chain-Management-Funktion in der globalen Kundenorganisation auch organisatorisch abgesichert wurde.
Im Bereich IT als wesentlicher Enabler wurden eine Reihe innovativer IT-Lösungen identifiziert u.a. State-of-the-Art-Systeme zur Planung, zum Transport- und Logistikmanagement, zum globalen Supply-Chain-Event-Management inklusive Anbindung der See- und Landtransport-Dienstleister über E-Logistikplattformen, sowie Plattformen für Business Intelligence und E-Commerce bzw. E-Ordering.
Ein durchgängiges Supply Chain Performance Management inkl. der Definition unterstützender IT-Systeme. Das Projekt konnte darüber hinaus signifikante quantitative Verbesserungspotentiale ausweisen (alle Angaben in US-$):
Erschließung zusätzlichen Umsatzpotentials im dreistelligen Millionen-Bereich
Signifikante Senkung des Umlaufvermögens im zweistelligen Millionen-Bereich
Senkung der Supply-Chain-Kosten im zweistelligen Millionen-Bereich
Planung von Infrastrukturinvestitionen mit einem Budget von > 100 Millionen