A.T. Kearney entwickelt flexibles Fertigungskonzept für Rinspeeds Konzeptfahrzeug „UC?“ In drei Tagen zum Elektroauto Düsseldorf/Genf, 02. März 2010
Die Top-Managementberatung A.T. Kearney hat für das heute auf dem 80. Internationalen Automobil- Salon in Genf vorgestellte Konzeptfahrzeug „Rinspeed UC?“ ein wegweisendes Fertigungskonzept entwickelt. Es reduziert die Kernfertigungszeit auf drei Stunden und erlaubt eine Auslieferung bereits drei Tage nach der Bestellung. Das innovative Pendlerfahrzeug „UC?“ steht im Mittelpunkt eines von Rinspeed gemeinsam mit 21 Partnerunternehmen entwickelten Mobilitätskonzeptes. Das Fahrzeug selbst ist ein auf Basis des Fiat 500 entwickeltes Elektrofahrzeug. Bei der Entwicklung des Fertigungskonzeptes setzen die A.T. Kearney-Experten auf strikte Modularität im Fahrzeugbau und auf einen neuartigen Produktkonfigurator.
„Bei der Entwicklung des Produktionskonzeptes für den ‚Rinspeed UC?‘ haben wir uns auf die Bedürfnisse der Kunden konzentriert und sind der Prämisse gefolgt: individuell und schnell“, sagt A.T. Kearney Global Automotive Partner Niko Soellner: „Die Produktion sehen wir als schnelle Verbindung zwischen Kundenbedürfnissen und wirtschaftlichem Erfolg des Herstellers an.“
Modularer Aufbau und einfache Fahrzeugkonfiguration
Durch einen modularen Aufbau des Fahrzeuges wird Fertigungskomplexität frühzeitig vermieden. „Durch die Nutzung von Modulen werden mit einer minimalen Anzahl von Bauteilen maximale Ausstattungskombinationen erreicht. Damit bleiben Fertigungsprozesse für den Hersteller als auch für den Kunden beherrschbar“, so A.T. Kearney Automotive Principal Steffen Gänzle.
Mit einem innovativen Produktkonfigurator werden Kundenwünsche auf ihre Baubarkeit und Produktionsfähigkeit überprüft. Der Kunde wählt Ausstattungsmodule auf Basis einer Vielzahl von Kombinationen, die mit verbaubaren Fertigungsmodulen verknüpft sind. Nur so ist die Durchgängigkeit des Modulkonzeptes von den Kundenfunktionen über Ausstattungspakete, Produktionsprozesse bis hin zur standardisierten Verkettung von Verbau-, Füge- und Montagepositionen gewährleistet. Die auf Modulebene gesteuerten Produktionsaufträge reduzieren den Komplexitätsaufwand um 50 Prozent und beschleunigen die Durchlaufzeit drastisch. So wird in der Fertigung Raum geschaffen, um alternative Antriebsvarianten und neuartige Cargo-Einbausysteme in diesem modularen Fahrzeugbaukasten mit hoher Effizienz zu realisieren.
In drei Stunden gebaut und in drei Tagen geliefert: „The Three Day Car“
Die Produktionslinie kommt daher mit etwa ein Drittel der bisherigen Fertigungsstationen aus. „Durch den geringeren Betriebsmitteleinsatz verbessert sich die Basis für ein wirtschaftliches Wachstum und der Ausbau zu einer kompletten Fahrzeugfamilie ist möglich“, meint Gänzle. Die Kern-Fertigungszeit für Rohbau-, Oberfläche- und Endmontage des „Rinspeed UC?“ umfasst nur drei Stunden. Dadurch kann das individuelle Fahrzeug schon drei Tage nach Bestellung im Werk vom Kunden entgegen genommen werden. Im Durchschnitt müssen zwei bis sechs Tage Auslieferungszeit zusätzlich berechnet werden.
Weltweite Verbreitung
Gleichzeitig wurde ein modulares Geschäftsmodell entwickelt, das eine schnelle Verbreitung des kundenbezogenen Produktionskonzeptes für den „UC?“ in alle Regionen der Welt möglich macht. Das von A.T. Kearney entwickelte Produktionskonzept kann in unterschiedlichen OEM- und Lieferanten- Partnerschaftsmodellen global realisiert werden. Es basiert auf einer modularen Produktionsplattform, die sowohl einen flexiblen Modell-Mix als auch ein linienübergreifendes „Kapazitäten-Floaten“ zulässt. Die modulare Fertigungsstruktur erlaubt eine einfache Ausbreitung des Produktionsvolumens in regionale Produktionsstätten und ermöglicht eine länderspezifische Anpassung der Fertigungskosten vor Ort. „Damit ist eine intelligente und globale Verteilung der Fixkosten möglich. Einfach strukturierte Wertschöpfungsketten können für Fahrzeugfamilien wie im Falle der Klein- und Kompaktfahrzeuge je nach Marktnachfrage verteilt oder im Gesamten ausgerollt werden“, sagt Gänzle.
Grundlage für die neue Welt der E-Mobility
„Das Konzept rund um den „UC?‘ ist startklar, um in die neue Welt des E Mobility-Marktes einzutauchen. Es geht über eine Fahrzeugstudie hinaus und umfasst ein Mobilitätskonzept, das vor allem Pendler-Kunden anspricht, die täglich kurze Strecken fahren müssen und gleichzeitig auch mal weitere Strecken überbrücken wollen“, so Soellner.
Der „UC?“ besitzt Telematiksysteme, die bereits während der Fahrt Parkplätze, Stellplätze in Autoreisezügen oder an den Batterieaufladestationen reservieren. „Dies ist nur ein Beispiel dafür, dass man bei der Entwicklung von Mobilitätskonzepten neuen Denkmustern folgen muss. Aufgrund der vielen zu involvierenden Branchen und des potentiellen Investitionsrisikos werden Unternehmen dabei verstärkt auf Kooperationen setzen, um zukünftig erfolgreich zu sein“, sagt Soellner.