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Neuer „Global Automotive Barometer“ von A.T. Kearney und SupplierBusiness prognostiziert für 2011 weiterhin gute Geschäftsentwicklung für die Automobilzulieferindustrie
Automobilzulieferer wachsen auch im Jahr 2011 – Strukturprobleme nach der Krise jedoch nicht überwunden

Düsseldorf, 05. Januar 2011

Die weltweite Automobilzulieferindustrie hat das Jahr 2010 deutlich besser abgeschlossen als erwartet. Nachdem die Industrie noch vor einem Jahr mit einer Seit- statt einer Aufwärtsentwicklung gerechnet hatte, hat die Mehrzahl der Unternehmen im Gesamtjahr 2010 deutlich zweistellige Wachstumsraten realisiert. Für 2011 wird mit weiterhin guten Aussichten bei allerdings geringerem Wachstum gerechnet. Das geht aus der aktuellen „Global Automotive Barometer“-Studie der Top-Managementberatung A.T. Kearney und SupplierBusiness hervor, zu der Mitte Dezember 2010 weltweit über 230 leitende Manager von Automobilzulieferern befragt wurden. Doch trotz des positiven Resümees und der guten Aussichten haben die Unternehmen auch zukünftig anspruchsvolle Herausforderungen zu meistern.

Die Entwicklung des Marktes im Jahr 2010 hat die Erwartungen der Unternehmen deutlich übertroffen: Während vor einem Jahr nur 15 Prozent der befragten Unternehmen Umsatzentwicklungen von mehr als 20 Prozent für 2010 erwarteten, haben zum Jahresende 60 Prozent der Unternehmen solch hohe Zuwachsraten verzeichnet. Insgesamt 80 Prozent der Teilnehmer konnten ein zweistelliges Umsatzwachstum realisieren, nur 5 Prozent verbuchten einen Rückgang.

Die Hauptgründe für die positive Entwicklung liegen vor allem in der starken Nachfrage in China und anderen Emerging Markets sowie in der deutlichen Erholung des amerikanischen Marktes. „Die Industrie hat 2010 von der hohen Zahl der Erstkäufer in den neuen Märkten profitiert sowie vom Nachholbedarf vor allem in den USA“, sagt Martin Haubensak, Partner in der globalen A.T. Kearney Automotive Practice. „Diese Trendumkehr konnte nur durch eine enorme Kraftanstrengung der gesamten Lieferkette realisiert werden.“

Weiterhin gute Geschäftsentwicklung, aber geringere Wachstumsraten

Auch das Jahr 2011 steht unter positiven Vorzeichen: Die Mehrheit der Zulieferer erwartet eine weitere Verbesserung des wirtschaftlichen Klimas in der Automobilindustrie und geht von einem steigenden Auftragseingang und von vermehrten Anfragen aus. Für 2011 erwarten 86 Prozent für ihr globales Geschäft eine Umsatzsteigerung gegenüber 2010, dabei gehen über 60 Prozent sogar von Steigerungen von mehr als 10 Prozent aus. Nur noch knapp ein Viertel indes erwartet ein Wachstum von mehr als 20 Prozent.

Die Bewertung des Insolvenzrisikos hat sich im Vergleich zur Vorjahresbefragung nahezu umgekehrt: Während vor einem Jahr jeder zweite Befragte von einem Anstieg der Insolvenzen ausging und nur jeder Vierte an einen Rückgang glaubte, erwartet aktuell nur noch ein Viertel der Zulieferer eine Zunahme und knapp die Hälfte einen Rückgang der Insolvenzen. Auch für die OEMs sehen nur noch 21 Prozent der Befragten eine Insolvenzgefahr, im April 2010 erwartete dies noch jeder Zweite.

Strukturprobleme der Automobilindustrie noch nicht überwunden

Grundsätzlich bieten Krisen gute Chancen, um grundlegende Schwächen einer Industrie zu beheben. „Die Automobilzulieferindustrie hat die Chance, durch die Krise ihre Strukturprobleme zu bereinigen, nur teilweise genutzt“, sagt Martin Haubensak. 94 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass die Automobilindustrie auch nach erfolgreicher Überwindung der Krise weiterhin strukturelle Probleme hat. Nur 6 Prozent glauben, dass es keine strukturellen Probleme mehr gibt und nur ein Viertel der Befragten sieht die Industrie auf einem guten Weg, um stark und profitabel zu werden.

Verdeckt werden diese strukturellen Probleme teilweise von der positiven Dynamik, die von den Wachstumsmärkten ausgeht: Die Mehrheit der befragten Unternehmen geht davon aus, dass die Industrie mittel- bis langfristig vor allem aufgrund der positiven Wachstumsaussichten in den Emerging Markets prosperieren wird. Jedoch befürchten 45 Prozent der Teilnehmer, dass in den nächsten fünf Jahren eine weitere Krise auf die Industrie zukommt.

Eine wesentliche Herausforderung der Zulieferindustrie bleibt die Sandwich-Position zwischen Rohmateriallieferanten und Automobilherstellern. Während die Einkaufspreise für die Zulieferer eine weiterhin steigende Tendenz aufweisen, wächst der Preisdruck der OEMs. Die Mehrheit der befragten Unternehmen erwartet, dass die Preise für alle wichtigen Rohmaterialien im Jahr 2011 im Vergleich zum Vorjahr steigen werden.

Des Weiteren bewerten die befragten Unternehmen den Zugang zu Kapital als eine der Top-Herausforderungen für 2011. Trotz des unerwartet schnellen Aufschwungs muss weiterhin Vertrauen bei Banken und Investoren darin aufgebaut werden, dass sich die positive Entwicklung fortsetzt und attraktive Renditen im Zulieferbereich erwirtschaftet werden können.

Eigene Fitness führt Agenda für 2011 an

An der Spitze der Top-Themen für 2011 stehen für die Zulieferer die Erzielung verbesserter Absatzpreise und die Steigerung der Produktivität. Ebenfalls von hoher Priorität sind Innovations-Management sowie die Senkung von Verwaltungskosten, die Steigerung der Entwicklungseffizienz und Verbesserungen im Management der Lieferkette.

„Neben einem klugen Einkaufs- und Kundenmanagement kommen Zulieferer nicht um eine weitere Effizienzsteigerung der internen Prozesse herum, um ihre Kosten- und Cash Flow-Situation zu verbessern“, so Ute Stahl, Co-Autorin der Studie.

Strategische Aktivitäten, die die Wertschöpfungstiefe betreffen, sind relativ betrachtet von geringerer Bedeutung für die Mehrheit der Unternehmen in 2011, werden aber trotzdem von etwa einem Drittel der Befragten als wichtig oder sehr wichtig angesehen.

„Das ‚Global Automotive Barometer‘ zeigt, dass die aktuelle Krise überwunden ist und die Industrie zuversichtlich nach vorne schaut. Doch trotz der positiven Aussichten müssen die Automobilzulieferer weiterhin an ihrer eigenen Fitness arbeiten, um vom zukünftigen Wachstum zu profitieren”, so Haubensak.

Über die Studie „Global Automotive Barometer“

Die „Global Automotive Barometer“-Befragung von A.T. Kearney und SupplierBusiness verfolgt, wie Automobilzulieferer die Lage der Automobilindustrie und die Auswirkungen der Wirtschaftskrise einschätzen. Seit Mai 2009 werden regelmäßig Befragungen zur aktuellen und zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung der Automobilzulieferindustrie durchgeführt. An der Befragung nehmen regelmäßig weltweit etwa 220 Manager von Automobil-Zulieferunternehmen teil. 82 Prozent der Befragten klassifizierten sich selbst als entweder Tier-1 oder Tier-2-Lieferanten. Die Befragung wird auf globaler Ebene mit besonderem Fokus auf Unternehmen in Europa, Nordamerika und Asien durchgeführt.

Über SupplierBusiness

SupplierBusiness ist ein Marktforschungsunternehmen, das sich auf den Bereich der Automobilzulieferindustrie spezialisiert hat. SupplierBusiness veröffentlicht fortlaufend – in einem definierten zeitlichen Rahmen – präzise und detaillierte Informationen zu den aktuellen Themen und Trends in diesem Bereich. Zu den Hauptkunden zählen neben allen wichtigen Automobilherstellern mehr als 250 der weltgrößten Zulieferunternehmen. SupplierBusiness ist zudem Partner führender Unternehmen des Finanz- und Dienstleistungsbereiches.

Weitere Informationen finden Sie unter:
www.supplierbusiness.com

Über A.T. Kearney

A.T. Kearney zählt zu den weltweit führenden Unternehmensberatungen für das Top-Management und berät sowohl global tätige Konzerne als auch führende mittelständische Unternehmen und öffentliche Institutionen. Mit strategischer Weitsicht und operativer Umsetzungsstärke unterstützen wir unsere Klienten bei der Transformation ihres Geschäftes und ihrer Organisation. Im Mittelpunkt stehen dabei die Themen Wachstum und Innovation, Technologie und Nachhaltigkeit sowie die Optimierung der Unternehmensperformance durch das Management von Komplexität in globalen Produktions- und Lieferketten.

A.T. Kearney wurde 1926 in Chicago gegründet. 1964 eröffnete in Düsseldorf das erste Büro außerhalb der USA.

Heute beschäftigt A.T. Kearney rund 2.700 Mitarbeiter in 37 Ländern der Welt. Seit 2010 beraten wir unsere Klienten klimaneutral.


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