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„Global Automotive Barometer“-Studie vom Mai 2009 von A.T. Kearney und SupplierBusiness zeigt starke Umsatzeinbußen und hohe Insolvenzrisiken für Automobilzulieferer auf sowie Defizite bei Maßnahmen zur Bewältigung der Krise.
Weiterhin steigendes Risiko für Automobilzulieferer

Düsseldorf, 16. Juni 2009

Die Automobilzulieferindustrie sieht sich weltweit weiterhin mit einem steigenden Risiko konfrontiert. Über 90 Prozent der Unternehmen erwartet für 2009 einen Umsatzrückgang gegenüber 2008. Vor allem von den nordamerikanischen Automobilzulieferern wird die derzeitige Situation als sehr ernst eingeschätzt. Etwa zwei Drittel der Zulieferer in Nordamerika rechnen mit einem Einbruch von mehr als 20 Prozent, 44 Prozent gar um mehr als 30 Prozent. Sie haben nur wenig Hoffnung auf eine kurz- bis mittelfristige Belebung. Europäische Unternehmen schätzen ihre Lage nur unwesentlich besser ein: 34 Prozent rechnen mit ähnlichen starken Rückgängen wie in Nordamerika. Das geht aus der aktuellen „Global Automotive Barometer“-Studie der Top-Managementberatung A.T. Kearney und SupplierBusiness hervor, zu der weltweit über 180 Automobilzulieferer befragt wurden. Die Furcht vor Insolvenzen ist höher als je zuvor, wobei die meisten Unternehmen nachhaltige Lösungen zur Überwindung der Krise noch finden müssen. Allein auf den asiatischen Märkten herrscht ein gewisser Optimismus, dass die Nachfrage bald wieder ansteigen wird.

Trotz der gegenwärtigen schwierigen Lage ist mittelfristig ein vorsichtiger Optimismus ablesbar: Die Mehrheit der Befragten schätzt, dass Asien in 2010/11 und Europa in 2011/12 wieder das Niveau des Jahres 2007 erreichen könnte. Eine ähnliche Mehrheit prognostiziert eine Wiederbelebung des amerikanischen Marktes für das Jahr 2013, allerdings rechnen aber auch 14 Prozent nicht mit einer Erholung vor 2015.

„Die Wahrnehmung der Zulieferer spiegelt die augenblickliche große Unsicherheit auf dem amerikanischen Markt wider”, so Edmund Chew, Managing Editor von SupplierBusiness: „Es ist nicht möglich, die zukünftige OEM-Wettbewerbslandschaft präzise vorherzusehen. Die Situation für die Automobilhersteller in Europa und Asien ist dagegen anders: Obwohl sie auch von dem Umsatzeinbruch betroffen sind, wird ihnen bessere Chancen eingeräumt, die Krise zu meistern und gestärkt aus ihr hervorzugehen.”

„Die Ergebnisse der Befragung bestätigen den massiven Abschwung für viele der Zulieferer. Sie zeigen aber auch erste Signale eines Aufschwungs, zumindest für einige Marktteilnehmer. Die Krise ist aber nicht vorüber. Wir sehen ein deutlich erhöhtes Konkurs- und Insolvenzrisiko unabhängig von Größe oder Art des Unternehmens”, sagt Martin Haubensak, Partner der globalen Automotive Practice bei A.T. Kearney.

Die Hälfte der befragten Zulieferer schätzt die Lage bei mehr als 15 Prozent ihrer eigenen Lieferanten als bedrohlich ein. Über 90 Prozent der Umfrageteilnehmer glauben, dass es zukünftig bei den Zulieferern zu mehr Insolvenzen kommt als in der Vergangenheit. Über 85 Prozent der Tier-2-Lieferanten erwarten, dass mehrere ihrer wichtigen Tier-1-Kunden mittelfristig Insolvenz anmelden werden. Darüber hinaus erwarten fast 85 Prozent der amerikanischen und 70 Prozent der europäischen Zulieferer weitere wirtschaftliche Rückschläge unter ihrer OEM-Kunden in den nächsten 12 Monaten.

Dabei sieht die Hälfte der Zulieferer derartige Insolvenzen als eine Bedrohung für ihre eigene Existenz an. „Obgleich wir erste Anzeichen einer Wiederbelebung für einige Zulieferer erkennen können, müssen OEMs und Tier-1-Zulieferer die Entwicklung ihrer Zulieferer und Kunden genauer verfolgen, um kritische Firmen innerhalb ihrer Kunden- und Zulieferbasis frühzeitig zu erkennen”, so Haubensak.

Nachhaltige Restrukturierung notwendig

Allerdings hat mehr als die Hälfte der Automobilzulieferer noch keine Pläne erarbeitet, um ihre eigenen Lieferanten bei einer schwierigen Lage ggf. zu unterstützen. Auch gibt etwa ein Drittel der Zulieferer an, dass die Automobilhersteller die bereits langen Zahlungsziele um weitere 20 Tage oder mehr verlängert haben. Zudem stellte über die Hälfte der Tier-2-Lieferanten eine verschlechterte Zahlungsmoral ihrer Tier-1-Kunden gegenüber dem letzten Jahr fest.

„Insgesamt scheint sich die Automobilindustrie derzeit in eine Art Schockzustand zu befinden. Tatsachen und Risiken sind zwar erkannt, aber das sehr kurzfristige Denken und das Fehlen von nachhaltigen Lösungen gibt Anlass zur Sorge. OEMs und große Tier-1 sollten im Rahmen einer nachhaltigen Restrukturierung ihre zukünftige Lieferantenbasis absichern und gezielt in die strategischen Partner investieren, auf die sie zukünftig bauen wollen – oder aber neue Geschäftsmodelle entwickeln“, Haubensak.

So will mehr als die Hälfte der befragten Zulieferer als Antwort auf die Krise die Diversifizierung in ein neues Geschäftsfeld außerhalb des Automobilbereichs prüfen, in Ergänzung zu Kapazitätsabbau oder der Verschiebung von Kapazitäten in andere Regionen.

Die „Automotive Industry Barometer“-Studie zeigt, dass neben einem Absatzeinbruch der Markt aufgrund der eher unklaren Zukunft einiger OEMs von hoher Unsicherheit geprägt ist. „Viele Zulieferer legen dabei eine abwartende Haltung an den Tag. Es ist jedoch höchste Zeit, dass Zulieferer ihre nachhaltige Restrukturierung angehen, indem sie ihre Cash-Position optimieren, die Risiken unter ihren eigenen Lieferanten managen und sich auf die zukünftigen Wachstumsbereiche vorbereiten”, so Haubensak.

Über die Studie

Die „Global Automotive Barometer“-Befragung von A.T. Kearney und SupplierBusiness verfolgt, wie Automobilzulieferer die aktuelle Wirtschaftskrise und deren Auswirkungen auf das eigene Unternehmen einschätzen. Die Studie beruht auf einer im Mai 2009 durchgeführten Befragung von Top-Managern aus mehr als 180 Automobilzuliefer-Unternehmen. 45 Prozent der Befragten klassifizierten sich selbst als Tier-1 und 31 Prozent als Tier-2-Lieferanten. Die Befragung wurde auf globaler Ebene mit besonderem Fokus auf Unternehmen in Europa, Nordamerika und Asien durchgeführt.

Über SupplierBusiness

SupplierBusiness ist ein Marktforschungsunternehmen, das sich auf den Bereich der Automobilzulieferindustrie spezialisiert hat. SupplierBusiness veröffentlicht fortlaufend – in einem definierten zeitlichen Rahmen – präzise und detaillierte Informationen zu den aktuellen Themen und Trends in diesem Bereich. Zu den Hauptkunden zählen neben allen wichtigen Automobilherstellern mehr als 250 der weltgrößten Zulieferunternehmen. SupplierBusiness ist zudem Partner führender Unternehmen des Finanz- und Dienstleistungsbereiches.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.supplierbusiness.com


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