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A.T. Kearney Studie: Unternehmensübernahmen durch Unternehmen aus Schwellenländern nehmen zu, während der M&A-Markt in Summe unter dem Eindruck der Finanzkrise deutlich nachlässt
Akquisitionsaktivitäten durch Unternehmen aus Schwellenländern nehmen trotz Finanzkrise zu

Düsseldorf, 28. Mai 2009

Während das Volumen weltweiter Unternehmensübernahmen im Jahr 2007 auf ein Rekordniveau von 3.771 Milliarden US-Dollar gestiegen ist, brachen auf Grund der Finanzkrise die M&A-Transaktionsvolumina um 38 Prozent ein, wie eine aktuelle Studie von A.T. Kearney für 2008 belegt. Entgegen dem allgemeinen Trend entwickelten sich die durch Unternehmen aus Schwellenländern getätigten Akquisitionen in Industrieländern mit einem Anstieg um 29 Prozent weiterhin positiv. Akquisitionen (M&A) in Schwellenländer durch Unternehmen aus Industrienationen stagnierten dagegen nahezu aufgrund mangelnder Liquidität. Diese Entwicklung bedeutet eine weitere Verschiebung der Kräfteverhältnisse auf den globalen Märkten hin zu den Schwellenländern. Entsprechend kommt es für die etablierten westlichen Unternehmen zunehmend darauf an, die eigenen Wettbewerbsvorteile zu verteidigen.

Eine Langzeitbetrachtung der weltweiten Entwicklungen des M&A-Marktes der letzten Jahre zeigt - bedingt durch die Finanzkrise - 2008 einen deutlichen Einbruch der globalen M&A-Aktivitäten: Während die Anzahl der M&A-Deals jedoch nur um etwa 11 Prozent geringer war als im Vorjahr 2007, reduzierte sich das Transaktionsvolumen auch aufgrund der gefallenen Unternehmensbewertungen um 38 Prozent. "Die Käufer fokussierten dabei auch wegen des fehlenden Fremdkapitals zur Finanzierung großer Deals auf kleinere Zielunternehmen", erklärt Dr. Jürgen Rothenbücher, Partner und Leiter der European Strategy Practice bei A.T. Kearney.

Die Anzahl der Akquisitionen zwischen Unternehmen aus Industrienationen und Unternehmen aus Schwellenländern stieg entgegen dem Trend von 2.322 Akquisitionen in 2007 auf 2.478 Akquisitionen in 2008. Dabei hat sich der Anteil dieser Mehrheitsakquisitionen zwischen 2002 und 2008 von 4,9 auf 9,5 Prozent nahezu verdoppelt. Zurückzuführen ist dies vor allem auf die Schwellenländer, die ihre Akquisitionstätigkeiten in Industrieländern im letzten Jahr um 29 Prozent auf 610 Mehrheitsakquisitionen ausgebaut haben.

Die wesentliche Ursache für die zunehmende Bedeutung der Unternehmen aus Schwellenländern ist die wachsende relative Stärke dieser Unternehmen. Dies spiegelt auch die Zusammensetzung der Global Fortune 500 Liste wider: 2002 waren dort erst 20 Unternehmen, 2008 bereits 56 Unternehmen aus Schwellenländern vertreten, was einer jährlichen Wachstumsrate von 19 Prozent entspricht.

Die Gründe für Unternehmensübernahmen sind bei Investoren aus Schwellenländern und Industrienationen unterschiedlich. Während Unternehmen aus Schwellenländern Zugang zu Produktions- und Produkttechnologien in etablierten Märkten suchen, versuchen etablierte Unternehmen vom hohen Wachstum in Schwellenländern zu profitieren und ihre Faktorkosten zu senken. "Das anhaltende starke Wachstum der Akquisitionstätigkeiten durch Unternehmen aus Schwellenländern in etablierten Industrienationen deutet auf einen nachhaltigen Langzeittrend hin. Wachsender Wettbewerb wird Profitabilität und Margen in den etablierten Märkten weiter unter Druck setzen", betont Dr. Joachim von Hoyningen-Huene, Leiter der Studie bei A.T. Kearney.

Im ersten Halbjahr 2009 kann man von einem weiteren Rückgang der Transaktionsaktivitäten ausgehen: "Erst 2010 wird die Zahl der Unternehmensübernahmen wieder zunehmen. Dabei könnten auch die großen internationalen Staatsfonds sowie private Family Offices eine Rolle spielen, die von gefallen Unternehmenswerten profitieren können", prognostiziert von Hoyningen-Huene.

Hinweis: Für die Studie wurde die Welt in Industrienationen (Australien, Hongkong, Israel, Japan, Neuseeland, Nordamerika, Singapur, Südkorea, Taiwan und Westeuropa) und Schwellenländer nach der Definition der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds sowie auf Basis des Human Development Index unterteilt.


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