A.T. Kearney-Studie „Next Generation of Health Care Markets“ untersucht Wachstumsmärkte im Gesundheitsbereich - enormer Bedarf an Gesundheitsinfrastruktur und Gesundheitsversorgung in wirtschaftlichen Schwellenländern Mittlerer Osten und Asien attraktivste Wachstumsmärkte im Gesundheitswesen Düsseldorf, 19. Mai 2009
Die Gesundheitsmärkte im nahen und mittleren Osten, Asien, Osteuropa und Russland sowie Südamerika bieten international expandierenden Unternehmen attraktivste Wachstumsaussichten. Aufgrund der wirtschaftlichen, politischen und demografischen Entwicklungen und des enormen Bedarfs an Gesundheitsinfrastruktur und Gesundheitsversorgung in diesen Regionen sollten Unternehmen über ein entsprechendes Engagement nachdenken. Dies geht aus der aktuellen Studie „Next Generation of Health Care Markets“ der Top-Managementberatung A.T. Kearney hervor, für die weltweit die Gesundheitsmärkte der Zukunft untersucht wurden. Für Unternehmen, denen es gelingt, die spezifischen regionalen Marktgesetze bei der Entwicklung der Vermarktungs- und Markteintrittsstrategien ausreichend zu berücksichtigen, bietet sich ein hohes Umsatzpotenzial. Beim Ausbau der Krankenhausinfrastruktur sind dabei ganzheitliche und schlüsselfertige Projektansätze Erfolg versprechend. Diese sollten, abhängig von Kundenanforderungen und Kundenwunsch, von der Planung bis zur Projektsteuerung, von der Bautechnologie bis hin zu Medizintechnik und IT-Ausstattung sowie vom Betrieb bis zur Finanzierung aus einer Hand angeboten werden.
In Krisenzeiten der Finanz- und Realwirtschaft stellt der Gesundheitssektor einer der wenigen Industriezweige dar, der aufgrund der geringen Volatilität, einer konstanten Nachfrage und einer oftmals staatlichen Finanzierungssicherheit noch eine gewisse Sicherheit und Vorhersagbarkeit bietet. Doch in vielen der etablierten und entwickelten Gesundheitsmärkte in Westeuropa und Nordamerika begrenzen Regulierung und Kostendämpfungsmaßnahmen Wachstum und Profitabilität der verschiedenen Marktteilsegmente und Marktteilnehmer.
Vor diesem Hintergrund hat A.T. Kearney die „nächste Generation“ der Gesundheitsmärkte untersucht und anhand der Faktoren Gesundheitsausgaben, Krankenhausbetten pro Einwohner, Lebenserwartung, zu erwartende Krankenhausbauprojekte und Staatsverschuldung identifiziert. Befragt wurden zudem weltweit über 200 Marktteilnehmer. "Unsere Studie zeigt, dass es eine Reihe von Wachstumsregionen gibt, die einen enormen Bedarf an Gesundheitsinfrastruktur und Gesundheitsversorgung haben“, sagt Dr. Zun-Gon Kim, Senior Manager in der europäischen Pharma & Healthcare Practice bei A.T. Kearney: "Dazu zählen der nahe und mittlere Osten, Osteuropa und Russland, Asien sowie Südamerika. Insgesamt haben sich acht Länder mit einem besonders starken Bedarf und Einfluss auf das zukünftige Wachstum des Gesundheitsmarktes herauskristallisiert. Dies sind Indien, China, Russland, Brasilien, Mexiko, Türkei, Saudi Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate.“
Das Gesundheitswesen hat sich in vielen Schwellenländern zu einem Thema entwickelt, an das hohe Erwartungen geknüpft sind. In allen identifizierten Regionen besteht ein enormer Bedarf an der Weiterentwicklung der Infrastruktur und großes Verbesserungspotenzial bei der gesundheitlichen Versorgung. Hinsichtlich der Marktattraktivität und der Gesetze für die Marktbearbeitung gibt es in den einzelnen Ländern jedoch signifikante Unterschiede.
Saudi-Arabien und Vereinigte Arabische Emirate attraktivste Märkte
In punkto Marktattraktivität liegen der Studie zufolge insbesondere Saudi-Arabien sowie die Vereinigten Arabischen Emirate vorne. Die steigende Nachfrage einer wachsenden, alternden und zunehmend mit westlichen "Wohlstandserkrankungen“ konfrontierten Bevölkerung verbunden mit dem Ziel, ein solides und nachhaltiges Finanzierungssystem für das Gesundheitswesen zu etablieren, fördern die Attraktivität dieser Region. So wurde beispielsweise für alle Bürger in Saudi-Arabien und Abu Dhabi die gesetzliche Krankenversicherung als zweite Finanzierungssäule neben der öffentlichen Finanzierung eingeführt. Die übrigen sechs Emirate werden in Kürze folgen. Darüber hinaus werden Anreizstrukturen und der Nutzen gemeinsamer Beschaffungsmaßnahmen der öffentlichen Krankenhäuser diskutiert, um deren Leistungsfähigkeit und Effizienz zu steigern.
"Die Etablierung eines nachhaltigen Gesundheitssystems in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten wird in den nächsten Jahren internationale Unternehmen wie öffentliche und private Dienstleister, Medizin- und Pharmalieferanten, Krankenkassen sowie Investoren anziehen“, sagt Dr. Nikolaus Schumacher, Partner und Leiter der zentraleuropäischen Pharma & Healthcare Practice bei A.T. Kearney: „Für sie bieten ein Markteintritt und strategische Partnerschaften große Chancen. Nachhaltige Wettbewerbsvorteile können dabei internationale Erfahrungen und ein angepasstes Lösungsangebot für die Region sichern. Neben akademischen Institutionen zeigen bereits private Krankenhausbetreiber, Krankenversicherungen, medizinische Gerätehersteller und Private Equity-Firmen Interesse an der Region.“
Chancen in Osteuropa verbessert - Große Nachfrage an Gesundheitsdienstleistungen in Russland
Auch in Osteuropa haben sich die Möglichkeiten einer Markterschließung für internationale Unternehmen und Investoren verbessert. Das Inkrafttreten eines EU-Ausschreibungsgesetzes und EU-weite Ausschreibungspraktiken haben zu einer Marktöffnung beigetragen. Zudem hat sich das Vertrauen in internationale Geschäftspartner bedeutend verbessert.
"Russland ist unserer Studie zufolge innerhalb Osteuropas das Land mit der größten Nachfrage nach Gesundheitsleistungen“, so Dr. Martin Schloh, Partner in der zentraleuropäischen Pharma & Healthcare Practice bei A.T. Kearney: "Für ein erfolgreiches Engagement sind Restrukturierungen, Reorganisierungen und Modernisierungen erforderlich sowie starke Netzwerke und Beziehungen zu allen politischen Ebenen sowie eine Anpassung an die lokalen Geschäftspraktiken.“
Asiatisch-pazifische Region mit größten Bedarf an Gesundheitsleistungen
Die asiatisch-pazifische Region ist hinsichtlich Gesundheitssystemen, -einrichtungen und -versorgung die wohl heterogenste Region: Die Länder Japan, Südkorea, Singapur sind hoch entwickelt, China und Taiwan befinden sich in einer Übergangsphase, während zum Beispiel Indien, Indonesien, Pakistan noch unterentwickelt sind. Das Gesundheitswesen in Taiwan und Japan ist öffentlich, in Indien, Indonesien, Pakistan aber vorwiegend privat finanziert, während in China und Südkorea eher eine Mischform vorherrscht.
In den beiden größten Länder der Region, China und Indien, besteht eine große Nachfrage nach Gesundheitsleistungen auf allen Ebenen der Pflege wie Vorsorge, Erstversorgung, Zweitversorgung, Drittversorgung, Krankenpflege. Der Bedarf nach medizinischen Einrichtungen in beiden Ländern ist offensichtlich. Es besteht signifikanter Investitionsbedarf, daher erscheinen die jüngsten öffentlichen Initiativen oft nur wie ein Tropfen auf den heißen Stein.
Der A.T. Kearney-Studie zufolge ist hier der Bau von rund 1.200 neuen stationären Pflegeeinrichtungen erforderlich. "Insbesondere in Indien wird das private Gesundheitswesen die Entwicklung der Infrastruktur weiter vorantreiben“, so Kim: "Fehlende finanzielle Mittel und Schwächen bei der Umsetzung können die ambitionierten Pläne jedoch verzögern. Daher stellen Finanzierungskonzepte und Projektmanagement wesentliche Erfolgsfaktoren dar.“ Neue Geschäftsmodelle, Partnerkonstellationen und Anreize zur Projektfinanzierung werden erwartet. Gleichzeitig wird erwartet, dass Public-Private-Partnerships vor allem im öffentlichen Sektor Form annehmen - was derzeit noch in Ansätzen diskutiert wird.
"Unsere Studie zeigt, dass der Bedarf an der Infrastrukturentwicklung im Gesundheitswesen im nahen und mittleren Osten sowie im asiatisch-pazifischen Raum sehr hoch ist“, so Kim: "Für ein erfolgreiches Engagement müssen Unternehmen die spezifischen regionalen Marktgesetze, die von ‚vorbestimmten’ Partnern bis hin zur Kapitalbeteiligung reichen, bei der Entwicklung der Vermarktungsansätze und Markteintrittsstrategien ausreichend berücksichtigen. Dabei gilt es zudem, kundenspezifische Projektansätze zu entwickeln, die bis hin zu ganzheitlichen, schlüsselfertigen Lösungen reichen können - von der Planung bis zur Projektsteuerung, von der Bautechnologie bis hin zu Medizintechnik und IT-Ausstattung sowie vom Betrieb bis zur Finanzierung reichen.“
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