A.T. Kearney-Umfrage: Einkauf bietet weitreichende Karrierechancen – in Europa mehr als 6.000 offene Stellen im Einkauf – Aufgabenbereiche wie Nachhaltigkeit oder Innovation gewinnen immer mehr an Bedeutung
Karrieresprungbrett Einkauf

Düsseldorf, 26. Juni 2008
Das Berufsbild Einkauf bietet für Hochschulabsolventen und Young Professionals weitreichende Karrierechancen. Einer aktuellen Untersuchung der Top-Managementberatung A.T. Kearney zufolge gibt es derzeit in der Beschaffung über 6.000 offene Stellen in Führungspositionen in europäischen Unternehmen und im öffentlichen Sektor. Längst haben die Unternehmen den Stellenwert des Einkaufs erkannt und dass dieser die Margen im Unternehmen direkt und positiv beeinflusst. Die zunehmende Bedeutung des Einkaufs spiegelt sich auch in den erweiterten Aufgabenbereichen des Beschaffungsmanagements wider. So zählen nicht mehr nur Lieferantenmanagement und Kostenreduzierung zu den Kernaufgaben im Einkauf. Bis 2010 gewinnen insbesondere die Bereiche Nachhaltigkeit, Supply Risk Management, externe Innovation sowie das Erweitern der Wettbewerbsvorteile über den Kostenfokus hinaus immer mehr an Bedeutung. Dies zeigt die Untersuchung von A.T. Kearney, für die Einkaufsvorstände (CPO) europäischer Unternehmen befragt wurden.
„Die Aufgabenbereiche und die Positionierung der Beschaffung in den Unternehmen haben sich in den letzten beiden Jahrzehnten ständig weiterentwickelt“, sagt Jules A. Goffre, Vice President bei A.T. Kearney und Leiter des Beratungsfeldes Strategisches Beschaffungsmanagement. „Auch wenn viele mit Beschaffung noch das eher negative Image eines Einkäufers verbinden, der traditionell als ’Kostendrücker’ oder ’Lieferantenquäler’ bekannt war, wird die Beschaffungsfunktion inzwischen immer mehr als Top-Managementaufgabe wahrgenommen und respektiert. Insbesondere in Zeiten von steigenden Preisen und Versorgungsengpässen ist das Thema Beschaffung ein Punkt, der sich regelmäßig auf der Agenda der Vorstände wiederfindet.“
Dennoch ist die Personalsituation in vielen Unternehmen nicht zufriedenstellend: Einer aktuellen Untersuchung von A.T. Kearney zufolge sind bei einem Drittel der befragten Unternehmen zwischen 5 und 10 Prozent der leitenden Positionen in der Beschaffung derzeit nicht besetzt. Jeder fünfte Befragte gab an, dass der Prozentsatz der nicht besetzten Führungspositionen zwischen 10 und 20 Prozent schwankt. Eine weitere Statistik bringt die kritische Situation bei der Personalbesetzung zum Ausdruck: Jeder dritte CPO gab an, dass über 15 Prozent der Führungspositionen nicht optimal besetzt sind, die Hälfte der Befragten erklärt sogar, dass dies bei 10 bis 15 Prozent der Führungspositionen der Fall ist.
Erweiterte Aufgabenbereiche des Einkaufs Der Aufgabenbereich der Beschaffung nimmt ständig zu. So stehen für die befragten CPOs derzeit nicht mehr allein Einkauf, Lieferantenmanagement und Kostenreduzierung im Fokus, sondern verstärkt auch die Absicherung von Versorgungsrisiken (80 Prozent), Nachhaltigkeit (73 Prozent), das Managen von Partnerschaften (60 Prozent), die Erzielung von Wettbewerbsvorteilen (53 Prozent) sowie externe Innovation (46 Prozent).
Neue Kompetenzen gefragt Diese Erweiterung des Aufgabenbereiches wird der A.T. Kearney-Umfrage zufolge zukünftig ein wesentlicher Faktor bei der Rekrutierung und Ausbildung von Führungsnachwuchs sein. Von den Neueinsteigern werden zusätzliche Fähigkeiten und Kompetenzen gefordert, die über die traditionellen Fähigkeiten, Verhandlungen zu führen und Verträge abzuschließen, hinaus gehen. Die „neuen“ Beschaffungsexperten müssen verstärkt als Netzwerkagenten innerhalb und außerhalb ihres Unternehmens agieren. Ein tiefes Verständnis der strategischen Zielsetzungen, Stakeholder Management sowie eine bestimmte Affinität zu anderen Funktionsbereichen wie Finanzwesen, Marketing und Produktentwicklung gehören zu den weiteren Fähigkeiten.
„Das Berufsbild des Einkäufers hat sich gewandelt, ist zukunftsorientiert und bringt viel Abwechslung mit sich“, sagt Goffre. „Für Unternehmen gilt es zum einen, engagierte und gut ausgebildete Talente zu gewinnen, zum anderen aber auch ihnen langfristige Karrieremöglichkeiten zu bieten und ihnen zu ermöglichen, die Beschaffung als Sprungbrett für Top-Positionen im Unternehmen zu nutzen.“ |