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A.T. Kearney Foreign Direct Investment Confidence Index untersucht Attraktivität von Auslandsinvestitionen institutioneller Anleger: China, Indien und Brasilien verdrängen USA auf Platz 4. Deutschland kann sich auf Platz 5 behaupten und gilt weiter als zentrale Wirtschaftskraft Europas.
Globale Unternehmen investieren in Deutschlands Zukunft

Düsseldorf, 19. Dezember 2011

China, Indien und Brasilien haben die USA als attraktive Investitionsziele in der Vertrauensrangliste der weltweit größten Unternehmen hinter sich gelassen. Deutschland konnte sich als ein wesentlicher Treiber der europäischen Wirtschaft nahezu gleichauf mit den USA auf Platz 5 behaupten. Zu diesen Ergebnissen kommt der aktuelle Foreign Direct Investment (FDI) Confidence Index der weltweiten Unternehmensberatung A.T. Kearney. Die Rangliste basiert auf einer regelmäßigen Befragung von Vorständen und Top-Managern der 1.000 weltweit größten Unternehmen zu ihren Investitionsplänen. Obwohl die Bundesrepublik ihren 5. Platz behaupten konnte, hat die Schuldenkrise das weltweite Ansehen Europas als Investitionsstandort schwer belastet.

„Die Kräfte der Weltwirtschaft werden weiter umverteilt. Deutschland behauptet sich in diesem weltweiten Spiel weiterhin sehr gut“, resümiert Dr. Martin Sonnenschein Partner und Managing Director Central Europe von A.T. Kearney: „Der Ruf Deutschlands als Wirtschafts- und Investitionsstandort ist bei den weltweit größten Unternehmen weiterhin ganz ausgezeichnet.“

Die Geldströme ausländischer Direktinvestitionen (FDI) werden immer mehr von etablierten Industrienationen in aufkommende Wirtschaftsnationen umgeleitet. So belegen China, Indien und Brasilien auch die ersten Plätze im aktuellen FDI Index, der Aufschluss über die aktuellen und zukünftigen Investitionspläne institutioneller Anleger gibt. Die größten Sprünge machten Singapur von Rang 24 auf 7, Indonesien von Rang 20 auf 9, Malaysia von Rang 21 auf 10 und die Türkei von Rang 23 auf 13. In Summe sind bereits mehr als die Hälfte der im Index aufgeführten Länder keine etablierten Industrienationen mehr. Bei Investitionen in diesen „Emerging Markets“ geht es jedoch immer weniger um billige Produktionsstätten. Vielmehr zielen global agierende Unternehmen mit ihren Investitionen vor allem auch darauf ab, neue Absatzmärkte zu erschließen.

Langsame aber stetige Erholung globaler Finanzströme

Bereits mehr als die Hälfte aller befragten Unternehmen geben an, dass sich ihr Investitionsvolumen wieder auf Vorkrisenniveau bewegt. „Eine positive Entwicklung, die jedoch geprägt ist von vorsichtigem Optimismus und auch schnell wieder in Kürzungen zurückfallen könnte“, kommentiert Sonnenschein.

Insgesamt haben sich die Schuldenkrise Europas, die Unruhen in der arabischen Welt und die Unsicherheit über die weitere Entwicklung der US-Wirtschaft sehr negativ auf die Investitionsfreude der Unternehmen ausgewirkt. „Die größte Sorge der Führungskräfte sind jedoch regulatorische Eingriffe von Regierungen, die mit protektionistischen Maßnahmen versuchen, die eigene Wirtschaft zu schützen. Die Sorge über Beschränkungen eines Handels hat nicht nachgelassen“, sagt Sonnenschein: „Vor allem auf Europa lastet die Schuldenkrise. Die Regierungen dürfen sich jedoch nicht dazu verleiten lassen, in wirtschaftlicher Hinsicht eine destruktive Rolle zu spielen.“

Die USA und Europa sind den Studienautoren zu Folge längt keine „Bastionen der Stabilität“ mehr. Hinzu kommt: Die Vorstände und Top-Manager haben aus der Krise gelernt und haben ihre strategischen Planungs-Tools für große Investitionen stark verbessert.

Deutschland zentrale Wirtschaftskraft Europas

Die nur langsame wirtschaftliche Erholung, ein instabiler Euro und die Schuldenkrise haben das Bild Europas bei globalen Investoren sehr belastet. In den Augen der Globalisierungsexperten von A.T. Kearney hat dabei vor allem Deutschland den Weg der EU zur Erholung geebnet. Vor allem beflügelt durch die starke Binnenkonjunktur wurden viele Investitionen in neue Maschinen und Gebäude getätigt. Gleichzeitig wurden die Haushaltsausgaben erhöht und die Arbeitslosenquote gesenkt „Dies sind allesamt Faktoren, die in den strategischen Investitionsüberlegungen der globalen Unternehmen natürlich sehr positiv zu Buche schlagen“, so Sonnenschein: „Kein Wunder also, dass im vergangenen Jahr Direktinvestitionen in Höhe von 46 Milliarden US-Dollar nach Deutschland geflossen sind – während es im Jahr 2009 lediglich 38 Milliarden Euro waren.“

Blick nach vorn: Mehr Steuern und weniger Profit?

Zur Zukunft befragt, gehen 60 Prozent der institutionellen Investoren davon aus, dass viele Regierungen in etablierten Industrieländern die Steuern erhöhen müssen, um die öffentlichen Haushalte wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Für die wirtschaftlichen Schwellenländer gehen die Erwartungen sehr weit auseinander. Doch in den meisten Ländern wird mit schärferen arbeitsrechtlichen Bestimmungen gerechnet.

Foreign Direct Investment (FDI) Confidence Index 2012

(In Klammern jeweils Vorjahresplatzierung)

1. China (1.)

2. Indien (3.)

3. Brasilien (4.)

4. USA (2.)

5. Deutschland (5.)

6. Australien (7.)

7. Singapur (24.)

8. Großbritannien (10.)

9. Indonesien (20.)

10. Malaysia (21.)

11. Südafrika (-)

12. Russland (18.)

13. Türkei (23.)

14. Vietnam (12.)

15. Vereinigte Arabische Emirate (11.)

16. Thailand (-)

17. Frankreich (13.)

18. Taiwan (-)

19. Südkorea (-)

20. Kanada (9.)

21. Japan (-)

22. Schweiz (-)

23. Polen (6.)

24. Spanien (-)

25. Niederlande (-)

Über den FDI Confidence Index®

Der Foreign Direct Investment (FDI) Confidence Index® wird seit 1998 regelmäßig von A.T. Kearneys Global Business Policy Council ermittelt und basiert auf der Befragung von Vorständen und Führungskräften der weltweit 1.000 größten Unternehmen.

Weitere Informationen zur Studie finden Sie hier.


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