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A.T. Kearney stellt Retail Apparel Index 2011 vor: China, Vereinigte Arabische Emirate und Kuwait sind Top-Standorte für den internationalen Modeeinzelhandel
China attraktivstes Ziel für Bekleidungshandel

Düsseldorf, 17. Juni 2011

China ist für den internationalen Bekleidungshandel der attraktivste Investitionsstandort. Seine Spitzenposition verdankt das Reich der Mitte vor allem seiner großen Bevölkerung und den gestiegenen verfügbaren Einkommen der Mittelschicht. Mit jährlichen Wachstumsraten von über 20 Prozent ist der Bekleidungshandel in China in den letzten Jahren enorm gewachsen – dieser Trend soll auch in den nächsten fünf Jahren weiter anhalten. Die Vereinigten Arabischen Emirate nehmen den zweiten Platz ein, gefolgt von Kuwait, Russland, Saudi-Arabien, Indien, Brasilien, Türkei, Vietnam und Chile. Dies geht aus dem Retail Apparel Index der Unternehmensberatung A.T. Kearney hervor, der die Attraktivität der wichtigsten Wachstumsmärkte für Investitionen des ausländischen Bekleidungseinzelhandels bewertet und im Rahmen des A.T. Kearney Global Retail Development Index (GRDI) veröffentlicht wird.

„Für Modeunternehmen, die sich international engagieren wollen, bieten sich in China enorme Wachstumschancen“, sagt Dr. Mirko Warschun, Partner bei A.T. Kearney und Leiter des Beratungsbereiches Konsumgüterindustrie und Handel in Deutschland, Österreich und der Schweiz: „Unserem aktuellen Retail Apparel Index zufolge ist China das attraktivste Investitionsziel für den Bekleidungshandel. Neben den traditionellen Warenhäusern gewinnen hier auch weitere Handelsformate wie große Supermärkte, Fachgeschäfte, Outlets und Discounter zunehmend an Bedeutung. Aber auch der Online-Handel spielt für die Verbraucher in China eine immer größere Rolle und wird für Händler als Absatzkanal immer wichtiger.“

Bereits jetzt haben viele ausländische Modeunternehmen, insbesondere auch Luxusgüterhersteller, die Marktchancen in China entdeckt und drängen auf den Markt. So hat beispielsweise der US-amerikanische Modekonzern Gap Ende 2010 in Peking und Shanghai Filialen eröffnet. Die PVH Apparel Group hat in China die Marke IZOD etabliert und für die nächsten fünf Jahre 3.000 neue Filialen angekündigt. Das italienische Handelsunternehmen RDM will 910 Millionen US-Dollar in fünf italienische Luxus-Outlets investieren.

„Aber auch für deutsche Unternehmen ist China interessant, wie das Engagement von Hugo Boss und Adidas zeigt. So plant der deutsche Sportartikelhersteller Adidas die Eröffnung weiterer 2.500 neuer Shops in China insbesondere in mittelgroßen und kleineren Städten“, sagt Warschun: „Sport- und Outdoorkleidung ist in China derzeit sehr gefragt. In diesen Segmenten erwarten wir jährliche Wachstumsraten von 20 bis 50 Prozent.“

Mittlerer Osten: kaufkräftige und modebewusste Bevölkerung

Die Vereinigten Arabischen Emirate sind im diesjährigen Retail Apparel Index der zweitattraktivste Markt für den Bekleidungshandel. Seine gute Platzierung verdankt das Land vor allem seiner kaufkräftigen und überaus modebewussten Bevölkerung. Aber auch der hohe Anteil an ausländischen Einwohnern und Touristen wirkt sich positiv auf den Konsum aus. Darüber hinaus stellen die Vereinigten Arabischen Emirate das regionale Wirtschaftszentrum im Mittleren Osten dar und eignen sich besonders zum Testen neuer Produkte und Handelsformate. Dubai hat zudem insbesondere für den gehobenen Einzelhandel an Bedeutung gewonnen. So haben Prada und Gucci vor kurzem ein Joint Venture mit Al Tayer Insignia unterzeichnet, um ein Vertriebsnetz im gesamten Nahen Osten zu entwickeln. Hugo Boss hat darüber hinaus in Dubai gemeinsam mit BinHendi Enterprises eine Boss-Filiale wiedereröffnet.

Auf dem dritten Platz im Retail Apparel Index findet sich Kuwait. „Die Attraktivität von Kuwait ist insbesondere auf seine langfristig positive wirtschaftliche Perspektive zurückzuführen, seine anspruchsvollen und einkommensstarken Verbraucher, die über ein großes Modebewusstsein verfügen“, so Warschun: „Das Land profitiert aber auch von einem steigenden Anteil der arbeitenden weiblichen Bevölkerung und dem enormem Ausbau der Handelsimmobilien.“

So ist in Kuwait die Zahl der vermieteten Handelsflächen von 345.000 Quadratmeter im Jahr 2006 auf 1,15 Millionen Quadratmeter im Jahr 2010 gestiegen. Kuwait setzt zudem auf hochmoderne Einkaufszentren und verfügt über eine starke Präsenz von Luxusmarken wie Givenchy, Versace, Cartier, Gucci, Bottega Veneta, Burberry und Yves Saint Laurent, der sich im letzten Jahr in Kuwait niedergelassen hat.

Wachstumspotenzial in Russland, Saudi-Arabien, Indien und Brasilien

Auf dem vierten Platz des diesjährigen Rankings ist Russland, gefolgt von Saudi-Arabien und Indien. „Brasilien, das den Retail Apparel Index in den letzten Jahren angeführt hat, bietet mit seiner Platzierung auf Rang sieben weiterhin großes Wachstumspotenzial“, sagt Warschun: „Aber auch in der Türkei, Vietnam und Chile lohnt es sich für internationalen Bekleidungshandel, Optionen für einen Markteintritt oder eine Expansion zu prüfen.“

Einige deutsche Unternehmen sind bereits in der Türkei aktiv: So plant das Textilunternehmen C&A seine 24 Filialen um weitere zehn zu erweitern und der Schuhhändler Deichmann, der in der Türkei bereits 2010 44 Filialen eröffnet hat, plant sein Filialnetz in den nächsten zehn Jahren auf 200 Geschäfte auszubauen.

A.T. Kearney Retail Apparel Index 2011

Der Retail Apparel Index bewertet die Attraktivität der wichtigsten Wachstumsmärkte für Investitionen internationaler Bekleidungseinzelhändler. Basis ist eine Analyse der Attraktivität des Bekleidungsmarktes (60 Prozent), der Entwicklungen im Handel wie der Anteil moderner Handelsformate und Absatzwachstum (20 Prozent) sowie das Länderrisiko, das ökonomische und politische Risiken berücksichtigt (20 Prozent). Der Retail Apparel Index wurde in diesem Jahr zum dritten Mal gemeinsam mit dem A.T. Kearney Global Retail Development Index (GRDI), einer Studie über die Attraktivität von 30 Wachstumsmärkten als Investitionsziel für internationale Handelsunternehmen, veröffentlicht.

RangLandMarkt- AttraktivitätEntwicklung HandelLänder- RisikoPunkte gesamt
1China37,0 14,3 10,1 61,4
2VAE38,8 8,2 11,9 58,9
3Kuwait31,4 7,2 9,9 48,6
4Russland30,4 8,1 7,8 46,4
5Saudi-Arabien25,6 7,4 10,943,9
6Indien25,8 8,0 8,2 42,0
7Brasilien23,6 7,5 9,0 40,1
8Türkei21,3 7,3 8,8 37,4
9Vietnam23,3 6,9 7,1 37,3
10Chile16,4 8,3 12,2 36,9

Der vollständige Report zum GRDI 2011 steht hier zum Download bereit.


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