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Neuer „Global Automotive Barometer“ von A.T. Kearney und SupplierBusiness zeigt anhaltend trübe wirtschaftliche Lage der weltweiten Automobilzulieferindustrie in 2010
Seitwärts statt aufwärts: Weiterhin harte Zeiten für Automobilzulieferer

Düsseldorf, 07. Januar 2010

Die weltweite Automobilzulieferindustrie startet mit trüben Aussichten in das neue Jahr. Obwohl die Umsatz- und Ergebniseinbrüche in 2009 nicht so stark waren wie anfänglich befürchtet, ist eine deutliche Erholung der Lage in 2010 noch nicht abzusehen. Während Asien aufgrund des enorm starken chinesischen Marktes nach kurzer Verschnaufpause ungebrochen wächst, erwartet die Mehrheit der befragten Unternehmen für Europa frühestens in zwei bis drei Jahren eine Rückkehr auf das Vorkrisenniveau; für den amerikanischen Markt sogar erst in drei oder vier Jahren. Die Umsatz- und Ergebniserwartungen für 2010 sind moderat. Im Vergleich zu 2009 gehen die befragten Unternehmen in diesem Jahr im weltweiten Durchschnitt von einer Seitwärtsbewegung mit einigen positiven Ausschlägen in den Wachstumsmärkten Asiens aus. Das geht aus der aktuellen „Global Automotive Barometer“-Studie der Top-Managementberatung A.T. Kearney und SupplierBusiness hervor, zu der Mitte Dezember 2009 weltweit über 220 leitende Manager von Automobilzulieferern befragt wurden. Die Zulieferindustrie wappnet sich für die schwierigen Zeiten mit weitreichendem Kosten- und Liquiditätsmanagement.

Die Mehrheit der befragten Zulieferunternehmen resümiert das abgelaufene Jahr etwas positiver als noch zu Beginn 2009 befürchtet. Während Anfang 2009 fast 70 Prozent der befragten Unternehmen Umsatzeinbrüche von über 20 Prozent in 2009 erwartet haben, musste bei der Befragung am Jahresende nur etwa die Hälfte der Teilnehmer derart hohe Umsatzrückgänge verzeichnen. Insgesamt waren aber über drei Viertel der befragten Zulieferer von Umsatzeinbrüchen betroffen.

„Dass die Umsatzrückgänge doch nicht so stark waren wie zunächst befürchtet, ist auch auf die weltweiten staatlichen Anreizprogramme zurückzuführen, die in vielen europäischen Ländern, aber auch in den USA und vor allem in China gegriffen haben. Dies konnte die Talfahrt aufhalten, die Industrie ist aber vor allem in den traditionellen Märkten noch nicht zurück auf einem stabilen Wachstumspfad. Die Zulieferer werden sich in den nächsten Jahren einem erheblichen Strukturwandel stellen müssen“, sagt Martin Haubensak, Partner in der globalen A.T. Kearney Automotive Practice.

Seitwärtstrend mit moderatem Wachstum

Für das neue Jahr 2010 ist weltweit mit einer Seitwärtsbewegung und einigen positiven Impulsen vor allem der Wachstumsmärkte in Asien zu rechnen. Über 80 Prozent der Zulieferer erwarten eine Verbesserung des wirtschaftlichen Klimas der Automobilindustrie und gehen von einem steigenden Auftragseingang und vermehrten Anfragen aus. Darauf basierend erwarten drei Viertel für 2010 eine Umsatzsteigerung für ihr globales Geschäft von bis zu 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Steigerung ist geringer als der durchschnittliche Umsatzeinbruch in 2009, so dass die Umsätze insgesamt auch in 2010 unterhalb des Niveaus von 2008 bleiben werden. Das gleiche gilt für die Ergebniserwartungen: auch hier werden die Gewinne deutlich unter den Niveaus vor dem Einbruch liegen.

„Trotz einzelner positiver Erwartungen ist das weltweite Wachstum zu gering, um Entwarnung zu geben. Es bleibt daher weiterhin wichtig, die Entwicklung des Marktes konsequent zu verfolgen und ein genaues Augenmaß bei allen Entscheidungen zu haben“, so Ute Stahl, Manager in der Automotive Practice bei A.T. Kearney.

Top-Herausforderungen 2010: Preisdruck, Beschaffung von Kapital und Berechenbarkeit der Absatzmärkte

Nachdem in 2009 der Absatzeinbruch das überragende Problem war, sehen die befragten Zulieferer für das neue Jahr den harten Preiskampf als erneutes Topthema. Daneben werden der schwierige Kapitalzugang sowie die hohe Volatilität der Bedarfsprognosen der Hersteller zu den drei größten Herausforderungen für 2010 gezählt.

Der schwierige Zugang zu Kapital ist eine Ursache dafür, dass die meisten Unternehmen ihre Investionsausgaben zurückhaltend planen. Trotz der weltweiten mittelfristigen Wachstumsaussichten planen lediglich 42 Prozent der befragten Unternehmen für 2010 ein höheres Investitionsvolumen als im Vorjahr, das vor allem in Forschung und Entwicklung fließen soll. Darüber hinaus benötigen auch in diesem Jahr viele Unternehmen weiterhin Kapital für die Restrukturierung.

„Management, Eigentümer und Banken sind aufgefordert, nachhaltige Finanzierungskonzepte zu erarbeiten, die die operative und strategische Fitness des jeweiligen Unternehmens widerspiegeln. Nur so kann kurzfristiges Überleben gesichert werden, um aus den attraktiven längerfristigen Aussichten Nutzen zu ziehen“, sagt Haubensak.

Aktions- und Maßnahmenprogramme für 2010 geschnürt

Zulieferer haben ihre Aktionsfelder für 2010 bereits priorisiert: an der Spitze der Prioritätenliste stehen Produktivitätssteigerungen, Verschlankung der Verwaltungsbereiche, Verbesserungen im Pricing, Steigerung der Innovationskraft sowie Maßnahmen zur Sicherstellung der Liquidität.

Längerfristige strategische Themen sind gegenüber den aktuellen Aufgaben geringer gewichtet. Nur etwa ein Drittel der Zulieferer plant, grundsätzliche strategische Fragen wie Outsourcing oder Anpassungen des Geschäftsportfolios zusätzlich zu den „Hausaufgaben“ im operativen Bereich dieses Jahr aktiver anzugehen.

„Das ‚Automotive Industry Barometer‘ zeigt, dass sich der Markt weltweit stabilisiert, wobei deutliche Unterschiede nach Regionen und Segmenten bestehen. Die Krise ist noch nicht vorüber. Es besteht weiterhin ein erhöhtes Insolvenzrisiko. Die Automobilzulieferer müssen sich dem weltweiten Strukturwandel stellen und somit konsequent ihre Restrukturierung vorantreiben, um Nutzen aus den sich ändernden Marktgegebenheiten zu ziehen”, so Haubensak.

Über die Studie „Global Automotive Barometer“

Die „Global Automotive Barometer“-Befragung von A.T. Kearney und SupplierBusiness verfolgt, wie Automobilzulieferer die aktuelle Wirtschaftskrise und deren Auswirkungen einschätzen. Neben den Erhebungen im Mai und September 2009 wurde im Dezember 2009 eine weitere Befragung mit den Schwerpunkten Jahresrückblick 2009 und Ausblick 2010 durchgeführt. Dabei nahmen weltweit mehr als 220 Manager von Automobilzuliefer-Unternehmen teil. 42 Prozent der Befragten klassifizierten sich selbst als Tier-1 und 35 Prozent als Tier-2-Lieferanten. Die Befragung wurde auf globaler Ebene mit besonderem Fokus auf Unternehmen in Europa, Nordamerika und Asien durchgeführt.

Über SupplierBusiness

SupplierBusiness ist ein Marktforschungsunternehmen, das sich auf den Bereich der Automobilzulieferindustrie spezialisiert hat. SupplierBusiness veröffentlicht fortlaufend – in einem definierten zeitlichen Rahmen – präzise und detaillierte Informationen zu den aktuellen Themen und Trends in diesem Bereich. Zu den Hauptkunden zählen neben allen wichtigen Automobilherstellern mehr als 250 der weltgrößten Zulieferunternehmen. SupplierBusiness ist zudem Partner führender Unternehmen des Finanz- und Dienstleistungsbereiches. (www.supplierbusiness.com)


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