Situation: Die Globalisierung von Märkten und Produkten ist auch in der Automobilindustrie der Kerntreiber für Komplexität. Die Hersteller müssen Herausforderungen wie lokale Kundenbedürfnisse (Ausstattungsoptionen, Farben etc.), aber auch regionale Marktanforderungen, wie unterschiedliche Abgasemissionen, lösen. Rasant angestiegen ist dadurch die Anzahl von Marktnischen. In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der wahrgenommenen Marktsegmente fast verdreifacht. Eine ebenso große Herausforderung ist die technologische Entwicklung, die durch stark ansteigende Elektronikanteile in Fahrzeugen und Komponenten ein ständig wachsendes Produktportfolio aufweist. Für die Automobilindustrie ist der wesentlicher Hebel zur Bewältigung dieser vielfältigen Anforderungen die Harmonisierung von Produkten und eine Reduktion der Komplexität.
Typische A.T. Kearney Projekte:
Festlegung von
Commonality-Strategien
Bestimmung von
Zielkosten
Optimierung des bestehenden
Serienbaukastens durch
Verringerung der Komplexität
Schaffung der organisatorischen Voraussetzungen und
Steigerung der Effizienz in der
Produktentwicklung
Ergebnis: Wir helfen unseren Klienten, modulare Produktkonzepte im Rahmen von Commonality-Strategien zu beschreiben – Marktanforderungen werden so wirtschaftlich erfüllt und Schnittstellen kundenunabhängig standardisiert. Im Rahmen von Produktstrategien werden die zukünftigen Markt/Produktkombinationen festgelegt sowie deren Umsetzung beschrieben und kostenmäßig bewertet. Die Komplexität wird auf Produkt- und Bauteileebene in den laufenden Serien deutlich reduziert. Zugleich können durch Systemoptimierung und verbesserte globale Transparenz die Produktionskosten gesenkt werden.
Entwicklungsgetriebene Produktkostenoptimierung bei einem Nutzfahrzeughersteller Ein weltweit tätiger Nutzfahrzeughersteller wuchs stark durch Zukäufe an und verfügte über mehrere global verteilte Produktions- und Entwicklungszentren. Die Produktkonzepte basierten bislang nicht auf einer eindeutigen Produkt-Architektur mit definierten Schnittstellen. In jeder Geschäftseinheit existierten unterschiedliche Produkt- und Marktanforderungen, wobei die Komplexität der Situation beständig wuchs, zum Beispiel durch die verschärfte Abgasvorschriften in allen großen Absatzmärkten. Jeder Markt erfordert die Entwicklung von separaten Motoren und Abgasnachbehandlungssystemen, mit entsprechend negativen Folgen für die Bauteilvielfalt und -komplexität. Um dieser Komplexität zu begegnen, startete das Unternehmen eine entwicklungsgetriebene Produktkostenoptimierung. Im Fokus dieses Projekts lagen ausgewählte Komponenten, als Vorgehensweise wurde der A.T. Kearney-Standardansatz zur Komplexitätsreduktion gewählt. Innerhalb eines Jahres konnten mit diesem Projektansatz beeindruckende Ergebnisse auf unterschiedlichen Ebenen erzielt werden. Durch die Schaffung von Transparenz im technischen Bereich und der einhergehenden Reduktion der Teilekomplexität wurden Einsparpotentiale von mehr als 50 Prozent realisiert, vor allem durch die Senkung der Material- und Qualitätskosten. Für künftige Baureihen wurden Richtlinien als Standards entwickelt. Außerdem wurde ein Prozess etabliert, durch den zukünftig eine derartige Ballung der Komplexität im Vorfeld vermieden werden soll.